Pole-Dance-Video "Why I Dance"
Feministinnen an der Stange

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Pole Dance steht für Akrobatik, Erotik, Verführung – kurz für das Sexysein für andere. Dass in dem Tanz noch viel mehr steckt, zeigen die Filmemacherinnen und Feministinnen Amy Main, Sascha Alexander und Melanie Zoey Weinstein aus Los Angeles in "Why I dance". Auf Vimeo hat der Clip binnen weniger Tage Hunderttausende Abrufe erhalten. 16 Frauen unterschiedlichen Alters und verschiedener Hautfarben tanzen in dem Kurzfilm an der Stange. Auf Schildern zeigen sie Rollen, die ihnen in ihrem Leben zugeschrieben werden. Eine der Tänzerinnen ist Rima Parikh. Für sie, wie für die anderen Frauen, war der Dreh eine neue Erfahrung:
"Ich habe vorher noch nicht im Licht oder vor Menschen, die ich nicht kenne, getanzt. Melanie, Sascha und Amy waren da beim Dreh eine große Hilfe. Sie sagten, lass dich ganz auf den Tanz ein. Bewege das, was Du fühlst durch deinen Körper. Das hat mir geholfen wirklich loszulassen und mich nicht bedroht zu fühlen."
Fünf Monate vorher. Amy Main, Pole-Dancerin und Schauspielerin entwickelt zusammen mit der Autorin Sascha Alexander und Regisseurin Melanie Zoey Weinstein das Konzept für den Film. Die drei kennen sich aus dem gleichen Tanzstudio. Via Kickstarter starten sie eine Kampagne - innerhalb weniger Tage sammeln sie so mehr als 5000 Dollar. Dem Dreh steht nichts mehr im Weg: Für den Film schreibt jede der Tänzerinnen auf, warum sie tanzen. Auf dem Schild von Dwana White, einer Lehrerin und Schauspielerin, steht: "Weil es heilte, was sie zerbrochen hatten."
"Ich habe Erfahrungen gemacht, die mich dazu gebracht haben zuzumachen. Sie haben mich zerbrochen, physisch und psychisch. Deshalb bin ich lange sehr vorsichtig durchs Leben gegangen, habe mich oft entschuldigt. Durch das Tanzen habe ich den Zugang zu einem Teil in mir gefunden, der nicht runtergedimmt werden kann."
Angst vor sexuellen Übergriffen. Scham wegen Anfeindungen durch andere. Es gibt viele Gründe, die Frauen davon abhalten, sich selbstbewusst und selbstbestimmt mit ihrer Sexualität zu zeigen. Der Film zeigt eine andere Möglichkeit: Frauen, die sich gemeinsam diesen Ängsten stellen und dadurch Sex-Appeal zeigen, der unabhängig von Alter, Hautfarbe oder ein perfekten Choreografie existiert:
"Wir wollen Frauen nicht sagen, dass sie versuchen sollen sexyer zu sein. Wir sagen, dass sie sexy sind, weil sie sie selbst sind – eine Lehrerin, eine Mutter, eine Frau, die fühlt, die weint, die lacht. Weil sie Frauen sind, die eine besondere Verbindung zu anderen Frauen haben."
Eigentlich steht Pole Dance für Sex und die Verführung anderer. In dem berührenden Film "Why I dance" zeigen Amateurtänzerinnen, warum der Tanz ein Ausdruck für Selbstbestimmung ist.

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