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Waldbrände: Zehntausende auf der Flucht vor den Flammen

Wegen den verheerendsten Waldbränden seit 10 Jahren müssen Zehntausende Südkalifornier ihre Häuser verlassen. Bisher fielen 18 Menschen den Flammen zum Opfer.

Zehntausende Menschen haben sich in Südkalifornien auf die Flucht vor den schlimmsten Waldbränden seit zehn Jahren gemacht. Besonders die Einwohner bergiger Gemeinden in den Landkreisen San Diego und San Bernadino mussten ihre Heimat verlassen. Obwohl sich in San Diego am Dienstagabend (Ortszeit) zwei Waldbrände zu einem Superfeuer zu vereinen drohten, wurden Feuerwehrleute abgezogen. "Es brennt einfach alles", sagte Feuerwehrchef William Bagnell. Die Löschkräfte seien völlig erschöpft und kämen nicht mehr gegen die Feuersbrunst an.

Bisher fielen 18 Menschen den Flammen zum Opfer. Mehr als 1600 Häuser brannten ab. Die Waldbrände zogen sich vom Norden Mexikos bis zu den 160 Kilometer entfernten Vorstädten von Los Angeles. Das Feuer fraß sich durch bewaldete Berge auf die Vororte im Tal San Fernando zu, wo über eine Million Menschen leben. Gouverneur Gray Davis bezifferte die bislang entstandenen Schäden auf fast zwei Milliarden US-Dollar. "Es ist das totale Desaster", sagte er. "Es erinnert mich an Vietnam: Ganze Gemeinden sind völlig ausgebrannt." Bislang verbrannten nach offiziellen Angaben eine halbe Million Hektar Land. Zahlreiche Menschen erlitten eine Rauchvergiftung. An den Stränden des Sonnenstaates regnete es Asche.

Südkalifornische Urlaubsorte bedroht

In Südkalifornien bedrohen die verheerenden Waldbrände zwei beliebte Urlaubsorte. Die Behörden wiesen die mehr als 40 000 Einwohner von Lake Arrowhead und Big Bear an, ihre Häuser zu verlassen. Seit Montagabend sind in der Nähe von Lake Arrowhead mindestens 20 Häuser Opfer der Flammen geworden, tausende weiterer Häuser könnten verbrennen, bis die Brände unter Kontrolle sind. Anderswo in Südkalifornien berichtete die Feuerwehr dagegen von Fortschritten bei der Bekämpfung der Brände.

Wettervorhersagen zufolge sollten in den kommenden 24 Stunden die Temperaturen sinken und die Luftfeuchtigkeit zunehmen. "Wir fliegen derzeit starke Löscheinsätze aus der Luft", sagte ein Feuerwehrsprecher der Region Los Angeles. "Wir nutzen die kühleren Temperaturen und den schwächeren Wind."