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Maritime Grenzen "Engel des Meeres": weibliche Einheit der philippinischen Küstenwache soll chinesische Schiffe fernhalten

Die philippinische und die japanische Küstenwache bei einer gemeinsamen Übung
Die "Engel des Meeres" sollen auch zur Gleichberechtigung in der philippinischen Küstenwache beitragen (Symbolbild)
© Mark R. Cristino / Picture Alliance
Weil die Spannungen im Südchinesischen Meer zunehmen, will die philippinische Küstenwache nun auf die "beruhigende Stimme wie einer Mutter" setzen: Eine rein weibliche Einheit aus Funkerinnen soll chinesische Schiffe aus den eigenen Gewässern fernhalten.

Die philippinische Küstenwache nennt sie die "Engel des Meeres": Eine Einheit aus 81 Funkerinnen wurde Behördenangaben zufolge bei einer feierlichen Abschlusszeremonie präsentiert. Ihre Aufgabe werde es in Zukunft sein, chinesische Schiffe, die sich widerrechtlich in philippinischen Gewässern aufhalten, behutsam zu konfrontieren.

Die Küstenwache des Inselstaates gab am Freitag vor einer Woche den Ausbildungsabschluss des "allerersten nationalen Kurses für weibliche Funker" bekannt. In einem entsprechenden Beitrag, der auf mehreren Social-Media-Plattformen veröffentlicht wurde, heißt es weiter, dass es wichtig sei, "weibliche Funker an Bord von Schiffen und Landeinheiten der Küstenwache zu haben, vor allem bei der Kommunikation mit ausländischen Schiffen, um die Spannungen nicht zu erhöhen".

Reaktion auf maritime Spannungen mit China

Laut "Washington Post" ist dies eine Reaktion auf die zunehmenden maritimen Spannungen mit China. Immer mehr chinesische Schiffe würden in der philippinische Wirtschaftszone gesichtet – Experten würden dies als Versuch Pekings werten, illegitime Ansprüche auf philippinische Gewässer durchzusetzen. Diese "Engel des Meeres" sollen offiziellen Angaben nach "die Stimme der friedlichen und regelbasierten Ordnung auf See werden".

Der "Washington Post" zufolge erklärte ein Beamter der Küstenwache, die Funkerinnen verfügten aufgrund ihres Geschlechts über die "beruhigende Stimme einer Mutter zu einem Kind, oder einer Freundin oder Ehefrau zu einem geliebten Menschen, der sich einer vermeintlichen Gefahr gegenüber sieht". Die Einheit basiert laut "South China Morning Post" auf dem erfolgreichen Einsatz mehrerer Frauen als Vermittlerinnen. Die Funkerinnen, so sagte Admiral Ronnie Gil Gavan der Hongkonger Zeitung, würden die "Autorität von Ehefrauen oder Müttern hervorrufen", die die asiatische Kultur durchdringe.

Maritime Grenzen: "Engel des Meeres": weibliche Einheit der philippinischen Küstenwache soll chinesische Schiffe fernhalten

Teil eines Programms für Gleichberechtigung

Die neue Einheit wird von den Behörden als Teil einer Gleichberechtigungskampagne verstanden. Kritiker sehen darin das genaue Gegenteil: Mit dem Programm würden Stereotypen vielmehr bestärkt statt abgebaut. Diese "Essentialisierung von Frauen als friedliche Verhandlungsführerinnen" trage dazu bei, die Rolle von Frauen im Militär zu untergraben, sagte Politikexpertin Jean Encinas-Franco von der University of the Philippines gegenüber der "Washington Post". Sie glaubte allerdings nicht, dass die Küstenwache absichtlich sexistisch sei – sondern schlichtweg ein falsches Verständnis von Gleichberechtigung habe.

Quellen: Mitteilung philippinische Küstenwache; "Washington Post"; "South China Morning Post"

yks

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