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"Sommer" 2004: Heftige Unwetter im Osten

Teilweise mehr als 50 Liter Regen pro Quadratmeter ergossen heftige Unwetter in der Nacht zum Mittwoch über Ostdeutschland, in Thüringen gingen Gerölllawinen nieder.

Heftige Gewitter mit kräftigem Regen und Sturm haben in der Nacht zu Mittwoch in Ostdeutschlands größere Schäden angerichtet. Betroffen waren nach Angaben von Polizei und Feuerwehr vor allem Berlin, Brandenburg, Sachsen und Thüringen. Stellenweise kam es durch Blitzeinschläge zu Bränden. Meist hatten die Einsatzkräfte aber mit den Folgen starker Regenfälle zu kämpfen. An einigen Orten fielen nach Angaben des Wetterdienstes meteomedia mehr als 50 Liter Regen pro Quadratmeter.

In Berlin gerieten in den Stadtteilen Zehlendorf und Spandau zwei Gebäude vermutlich durch Blitzeinschläge in Brand, wie die Feuerwehr mitteilte. In Charlottenburg, Wilmersdorf und Moabit mussten etliche mit Wasser voll gelaufene Keller und Erdgeschosswohnungen leergepumpt werden. Äste fielen auf Straßen, einige Bäume knickten um. Mehrere Ampeln waren gestört. Verletzte gab es nach ersten Behördenangaben nicht.

Drei Dutzend umgestürzte Bäume und 120 Wasserschäden in Berlin

Insgesamt registrierte die Berliner Feuerwehr mehr als 120 Wasserschäden und rund drei Dutzend umgestürzte Bäume. "Die starken Regenfälle haben uns am meisten zu schaffen gemacht", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Für rund eine Stunde wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Neben 600 Berufsfeuerleuten waren rund weitere 100 Kräfte Freiwilliger Feuerwehren im Einsatz. Den Sachschaden bezifferte der Sprecher auf mehrere 100.000 Euro.

In der brandenburgischen Prignitz stürzten am Abend einige Bäume um. In Potsdam brannte nach einem Blitzeinschlag der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses aus. Auch hier schaffte die Feuerwehr umgeknickte Bäume beiseite und pumpte überschwemmte Keller leer. Ähnlich sah es im Raum Frankfurt/Oder aus. Auf der A 11 hatten Autofahrer wegen des starken Regens mit Aquaplaning zu kämpfen. Unfälle wurden hier zunächst nicht registriert.

Gerölllawinen und Brände in Thüringen

Im thüringischen Eisenberg schlug ein Blitz in direkter Nähe eines Menschen ein, der daraufhin Kreislaufprobleme bekam, wie die Rettungsleitstelle in Jena mitteilte. Im Raum Jena waren pausenlos Hilfskräfte im Einsatz, weil die Wassermassen Keller überfluteten. Umgestürzte Bäume behinderten den Verkehr in weiten Teilen des Landes. Nahe Sonneberg ging eine Gerölllawine nieder, Steinbrocken landeten auf der Straße. Ein Gebäude im Ort Bürgel (Saale-Holzland- Kreis) geriet in Brand.

In Sachsen kam es zu Verkehrsbehinderungen. In Leipzig mussten nach Polizeiangaben nach den starken Niederschlägen Straßen und Unterführungen wegen Überflutung gesperrt werden. In mehreren Fällen saßen Autos im Wasser fest. Durch die heftigen Windböen stürzten auch Bäume auf Fahrbahnen. Die Autobahn A 14 bei Leipzig musste deshalb kurzzeitig gesperrt werden. Auch auf der Staatsstraße 223 bei Freiberg wurde der Verkehr durch einen umgefallenen Baum behindert. In Pirna (Kreis Sächsische Schweiz) brannte nach einem Blitzeinschlag der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses. Die Flammen konnten aber rasch gelöscht werden.

Die Vorhersage: Am Mittwoch ist es zu Beginn im Nordosten noch leicht unbeständig, danach lockert es überall etwas auf. Am Nachmittag entstehen besonders im Westen erneut einige Regenschauer und Gewitter, sie sind aber nicht mehr so kräftig. Der Wind weht mäßig bis frisch aus Westen, die Höchsttemperaturen liegen zwischen 23 und 29 Grad.

Der Donnerstag wird hochsommerlich, wie der Wetterdienst Meteomedia ankündigte. Oft scheint die Sonne, lediglich im Osten Deutschlands kann es am Nachmittag einzelne Regenschauer oder Gewitter geben. Bei schwachem Südwind wird es heiß, die Werte klettern auf 26 bis 34 Grad.

DPA / DPA