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11. September 2001: Aufräumen am Ground Zero – viele Jahre nach den Anschlägen tauchten diese Fotos auf

Bei einer Haushaltsauflösung tauchten CDs auf, die einen einmaligen Blick auf das Areal um das ehemalige World Trade Center liefern. Obwohl seit dem Terroranschlag 18 Jahre vergangen sind, rufen die Aufnahmen Erinnerungen an jenen 11. September wach, der die ganze Welt schockierte.

Ein Arbeiter sitzt auf einem Tankwagen und löscht den aufsteigenden Staub aus dem Schutt

Ein Arbeiter sitzt auf einem Tankwagen und löscht den aus dem Schutt aufsteigenden Staub, der beim Beladen eines Trucks frei geworden ist. Die physische Belastung bei den Aufräumarbeiten hat viele Ersthelfer für den Rest ihres Lebens krank gemacht.

Anfang Juni 2019 bekam Jason Scott einen Stapel CDs, die Kollegen bei einer Haushaltsauflösung gekauft hatten. Sie enthielten ein einmaliges Zeitdokument: 2400 Aufnahmen von Ground Zero, die zwischen Ende September und Anfang Oktober 2001 entstanden sind. Also nur wenige Wochen nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center in New York, das Pentagon und dem Absturz einer weiteren entführten Maschine in Pennsylvania. Fast 3000 Menschen kamen am 11. September 2001 ums Leben.

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Gemacht hatte die Bilder aus Scotts Fund ein Arbeiter, einer jener Männer, die den Schutt des zerstörten World Trade Centers aufräumten. Während der Beseitigung der gigantischen Trümmer machte er Schnappschüsse von den Fortschritten an dem damals traurigsten Ort der Welt. Der Datenexperte Jason Scott tat alles, um die Bilder zu erhalten, doch weil CDs im Laufe der Zeit verrotten, konnte er nicht alle retten. Beeindruckt von der Intensität der Aufnahmen twitterte Jason Scott, dass es hilfreich gewesen wäre, hätte er mit dem Mann reden können, der sie gemacht hat. Doch das geht nicht mehr, er ist verstorben. Wie so viele, die als erste Helfer zur Stelle waren, um aufzuräumen. Und jene Helfer, die heute noch leben, kämpfen immer noch darum, dass die ärztliche Versorgung der Langzeitfolgen ihrer Arbeit an Ground Zero vom Staat übernommen wird. Es wird geschätzt, dass rund 400.000 Menschen betroffen sind, die entweder giftigen Stoffen ausgesetzt waren, oder ein Trauma von dem Tag davongetragen haben, so das Center for Disease Control and Prevention.

Jason Scott ist Historiker, Filmemacher und Archivar. Er gräbt im Internet der 1980er Jahre nach verschütteten Daten, die lediglich im ASCII-Format vorhanden sind. Mit Datenrettung kennt er sich aus. Scott veröffentlichte den Fund bei der Fotoplattform Flickr. Die Bilder zeigen Ground Zero sowohl vom Boden als auch von oben – und rufen noch einmal jenen Tag in Erinnerungen, der sich zum 18. Mal jährt.

Quelle: Flickr