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Terror in Nigeria: Zehnjährige tötet 20 Menschen

Ein kleines Mädchen wurde offenbar für einen Anschlag in Nigeria missbraucht. Vermutlich wusste sie nicht, dass sie eine Bombe trug, Boko-Haram-Kämpfer haben den Sprengsatz ferngezündet.

So jung und noch so unschuldig: Boko Haram entführt in Nigeria täglich Frauen und Mädchen und missbraucht sie unter anderem für Sprengstoffattentate 

So jung und noch so unschuldig: Boko Haram entführt in Nigeria täglich Frauen und Mädchen und missbraucht sie unter anderem für Sprengstoffattentate 

Eine Selbstmordattentäterin im Kindesalter soll auf einem Markt im Nordosten Nigerias mindestens 19 Menschen mit in den Tod gerissen haben. 18 weitere Menschen seien bei der Explosion in der Stadt Maiduguri verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Sprengsatz sei am Mittag explodiert, als ein rund zehn Jahre altes Mädchen am Zugang zu dem geschäftigen Markt durchsucht wurde, sagte Bürgerwehr-Mitglied Ashiru Mustapha. Vermutlich habe das Kind selbst nicht gewusst, dass es einen Sprengsatz bei sich trug.

Bombe wahrscheinlich ferngezündet

Ein Metalldetektor habe angeschlagen, als das Mädchen durchsucht wurde, sagte Mustapha. Ein Augenzeuge berichtete, zwei Mitglieder der Bürgerwehr, die das Mädchen durchsuchten, seien unter den Opfern. Er gehe davon aus, dass die Bombe aus der Entfernung gezündet wurde. Auf dem selben Markt waren erst Ende November und Anfang Dezember bei Selbstmordanschlägen von zwei Frauen mehr als 55 Menschen getötet worden.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand, doch setzt die islamistische Rebellengruppe Boko Haram seit dem Sommer immer wieder Frauen und Mädchen als Attentäterinnen ein. Die sektenartige Gruppe kämpft seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Bei Anschlägen auf Sicherheitskräfte, Behörden, Kirchen und Schulen sowie die einfache Zivilbevölkerung tötete sie seit 2009 mehr als zehntausend Menschen.

yps/AFP / AFP