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Gericht verhängt Todesstrafe gegen Metro-Attentäter

Der Anschlag war mörderisch: Im April explodierte in der U-Bahn der weißrussischen Stadt Minsk eine Bombe, 15 Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt. Jetzt hat das Gericht die beiden mutmaßlichen Attentäter zum Tode verurteilt. Das Urteil ist höchst umstritten.

In dem umstrittenen Prozess wegen des Bombenanschlags auf die Metro in Minsk im vergangenen April hat ein weißrussisches Gericht die beiden Angeklagten zum Tode verurteilt. Das Gericht sprach am Mittwoch die 25 Jahre alten Männer schuldig, am 11. April 15 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt zu haben. Das meldeten übereinstimmend die Staatsagentur Belta und die unabhängige Minsker Agentur Belapan.

Die autoritär geführte Ex-Sowjetrepublik vollstreckt als einziges Land in Europa trotz internationaler Kritik noch die Todesstrafe. Verurteilte werden durch Genickschuss hingerichtet.

Petitionen gegen Todesstrafe

Richter Alexander Fedorzow folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Er hatte die Angeklagten Dmitri K. und Wladislaw K. während der stundenlangen Verlesung des Urteils auch wegen früherer Anschläge schuldig gesprochen.

Die Verteidigung hatte Freispruch aus Mangel an Beweisen beantragt. Menschenrechtler und die Mutter eines Angeklagten hatten den als "letzten Diktator Europas" kritisierten Präsidenten Alexander Lukaschenko um Gnade gebeten.

Es handele sich um einen Schauprozess, bei dem durch Folter und Druck Geständnisse erzwungen worden seien, behauptete Ljubow Kowaljowa, die Mutter eines der beiden Verurteilten. Tausende Menschen hatten Petitionen gegen die Todesstrafe unterschrieben.

In Weißrussland hält sich bei vielen die Meinung, dass der Geheimdienst KGB oder andere Kräfte im Machtapparat in das Blutbad verstrickt sein könnten. In Internetblogs hatten Bürger gemeint, dass die Führung nach dem Vorbild des Sowjetdiktators Josef Stalin mit blutigem Staatsterror von der schweren Krise im Land ablenken wolle.

kng/DPA/DPA

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