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Unglück in Australien: "Es ist sehr anstrengend": Kajakfahrer in Seenot postet letzte Videos auf Facebook, bevor er stirbt

Drama vor der australischen Südostküste: Ein erfahrener Kajakfahrer ist vor New South Wales abgetrieben worden und im Meer ertrunken. Vor seinem Tod postete er auf Facebook noch zwei Videos.

Wellen im Meer

Gefährliches Meer: Vor der Küste von New South Wales ist ein Kajakfahrer ertrunken (Symbolbild)

Picture Alliance

Es sind dramatische Aufnahmen: Zwei Videoclips zeigen die letzten Momente eines Kajakfahrers, der vor der Küste des australischen Bundesstaates New South Wales in Seenot geraten ist. Wenig später wird seine Leiche im Wasser treibend aufgefunden.

Jeremy Peter Worthy war am vergangenen Sonntag nördlich der Batemans-Bucht aufs Meer hinaus gefahren, um zu angeln. Doch Wind und Wellen bringen den 43-Jährigen schnell in Not. Um die Mittagszeit herum postet er zwei Videos auf Facebook, die zeigen, wie er durch die Dünung paddelt. "Das ist anstrengend und schiebt mich dahin, wo ich nicht hinwill", sagt Worthy in die Kamera.

Kajakfahrer schafft es nicht zurück an Land

Der erfahrene Kajakfahrer schildert seine Schwierigkeiten, an die Küste zurückzukehren. "Ich möchte diesen Weg gehen, ich würde lieber nach Long Beach fahren, aber dort werden wahrscheinlich Wellen brechen. Ich werde nicht landen können, ohne draufzugehen", beschreibt Worthy seine Notlage. Um in die Richtung zu paddeln, in die er fahren wolle, müsse er den Wellen den Rücken zukehren. "Und wenn ich dem den Rücken zudrehe und eine große Mutterwelle kommt ... Aber es gibt kein Zurück ... Es ist zu weit."

Worthy erwähnt auch die Möglichkeit, die Seenotrettung zu rufen, deutet aber an, dass er sich damit seiner Ansicht nach "blamieren" würde und "als Narr" dastünde. Mit den Videos postet der 43-Jährige eine Karte auf der sein Standort gekennzeichnet ist, allerdings ohne weitere Hinweise.

Um 12.30 Uhr, nur neun Minuten nach Worthys letztem Lebenszeichen auf Facebook, geht bei der Polizei ein Notruf ein, weil jemand ein leeres Kajak gesichtet hat. Einsatzkräfte eilen herbei, entdecken eine Leiche im Wasser und bergen sie, wie die australische "Huffington Post" unter Berufung auf die Polizei von New South Wales berichtet. Ein Beamter führt noch Wiederbelebungsmaßnahmen durch, bevor die Sanitäter eintreffen, aber es ist zu spät. Worthy stirbt noch vor Ort.

Der Leiter der regionalen Seenotrettung, Glenn Sullivan, drückte Worthys Angehörigen und Freunden nach dessen Tod sein Beileid aus. Zugleich appellierte er an alle, die auf dem Wasser unterwegs sind, sich bei Problemen sofort zu melden. "Wenn jemand zu irgendeinem Zeitpunkt das Bedürfnis verspürt, Hilfe anzufordern, zögern Sie nicht", sagte Sullivan der "Canberra Times". "Die Seenotrettung ist keine Kontrollbehörde, wir sind die Rettung."

Das Meer und seine Bewohner können aufgrund der ungewissen Gefahren Ängste auslösen.

Unter Worthys Facebookposts sind mittlerweile zahlreiche Trauerbekundungen eingegangen. "So unfair. Flieg hoch, Kumpel. Wir wissen, dass Du bei Deinem Vater bist. Wir lieben Dich immer & für immer", schreibt eine Nutzerin.

In einem anderen Kommentar heißt es: "Ich kann nicht glauben, dass Du einfach so gegangen bist und ich Dich erst vor ein paar Tagen gesehen habe. Flieg hoch, Kumpel. Für immer geliebt und von allen vermisst. Du warst wirklich ein guter Freund."

Quellen: Jeremy Peter Worthy auf Facebook"Huffington Post",  "Canberra Times"

mad