BMW-Erbin Susanne Klatten bricht ihr Schweigen


Seit Wochen ist Susanne Klattens Gesicht auf den Titelseiten, Magazine berichten über ihre Affäre mit einem "Gigolo" und die Erpressung. Die Quandt-Erbin schwieg. Noch nie hat sie mit einem Journalisten über ihr Leben gesprochen - nun bricht sie ihr Schweigen.

Erstmals hat sich die Milliardärin und Quandt-Erbin Susanne Klatten in einer Zeitung zu ihrer Erpressungsaffäre geäußert. Die Anzeige gegen den mutmaßlichen Erpresser Helg Sgarbi sei "ein Moment der Klarheit" gewesen, sagte die verheiratete Mutter von drei Kindern der "Financial Times Deutschland". "Es war unsere einzige Chance", sagte sie. "Anders geht das ewig weiter. Und das halten Sie nicht aus. Man muss sich wehren. Ich bin froh, dass ich das gemacht habe." Die Berichterstattung durch die Medien sei für sie nicht einfach gewesen, sagte die 46-Jährige. "Das geht mir sehr nah. Da wird man ein zweites Mal zum Opfer."

Susanne Klatten erzählt, wie es war, nach dem Tod des Vaters mit Anfang dreißig Verantwortung bei BMW und Altana zu übernehmen. "Natürlich ist da auch Angst. Die Angst, bestehen zu können, die Angst, Fehler zu machen. Vieles, was ich tue, hat Folgen für andere. Und die Angst, sich zu blamieren, weil diese Fehler ja in der Öffentlichkeit kommentiert werden." Die Quandt-Erbin schildert, wie schwer es war, Vertrauen in andere Menschen zu fassen: "Ich habe häufig genug den Fehler gemacht, mich Menschen zu öffnen, die dieses Vertrauen nicht verdient haben. Dann wird man zum Opfer. Das ärgert einen. Das tut weh. Und ich frage mich hinterher: Wie konnte das passieren?"

Die Unternehmerin spricht auch erstmals über die Nazi-Vergangenheit der Quandts und die Aufarbeitung durch eine Historikerkommission. "Auf etwas Dunkles ist ein Licht geworfen worden", sagt sie. "Das ist immer besser, als wenn es im Dunkeln seine Kraft entwickelt."

Reichste Frau Deutschlands

Die BMW-Großaktionärin Klatten gilt mit einem geschätzten Vermögen von bis zu neun Milliarden Euro als reichste Frau Deutschlands. Die Unternehmerin kontrolliert auch den Chemiekonzern Altana.

Klatten hatte sich mehrfach mit Sgarbi in Hotels getroffen. Er soll sie zunächst mit einer erfundenen Geschichte von einem Unfall, für den ihn die Mafia verantwortlich mache, zur Zahlung von sieben Millionen Euro bewegt haben. Später soll er mit der Veröffentlichung von intimen Bildern gedroht und einen zweistelligen Millionenbetrag verlangt haben. Im Januar zeigte Klatten den Mann an, kurz darauf wurde der 43- Jährige in Österreich festgenommen. Seit März sitzt er in der Münchner Justizvollzugsanstalt Stadelheim in Untersuchungshaft. Noch in diesem Jahr soll Anklage gegen Sgarbi erhoben werden.

DPA/FTD DPA

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