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Ebola in Westafrika UN vergleichen Ausbruch der Epidemie mit Tsunami


Tsunami, Erdbeben, Ebola: Die Vereinten Nationen ziehen einen drastischen Vergleich. Die Epidemie in Westafrika gehöre "zu den schwersten Gesundheitskrisen, die die UN je zu bewältigen hatten".

Der Ebola-Ausbruch in Westafrika ist nach Ansicht der Vereinten Nationen eine ähnlich große Herausforderung für die internationale Gemeinschaft wie der Tsunami im Indischen Ozean 2004 oder das Erdbeben in Haiti 2010.

"Es ist eine der schwersten Gesundheitskrisen, die die UN je zu bewältigen hatten", sagte Vize-Generalsekretär Jan Eliasson am Dienstag (Ortszeit) in New York. "Die Situation ist kritisch, ängstigend, aber wir werden es schaffen." Die Epidemie sei ein Test für die Infrastruktur der betroffenen Länder und die Solidarität der Welt.

"Dieser Ausbruch ist größer, komplexer und ernster als alles, was wir in der 40-jährigen Geschichte von Ebola gesehen haben", sagte die Chefin der Weltgesundheitsorganisation, Margaret Chan. "Etwa 3500 Fälle, etwa 1500 Tote - solch eine Dimension hatte es noch nie. Diesmal sind auch erstmals dicht besiedelte Gebiete betroffen, das ist die besondere Herausforderung." Die Welt müsse helfen, mit Experten, Material oder Geld. "Es ist eine globale Bedrohung. Aber dieser Ausbruch kann und wird kontrolliert werden. Wir wissen, was zu tun ist und wir werden es tun."

"Ärzte ohne Grenzen": Kampf ist längst verloren

Die UN bestätigten, dass Schiffe Liberia und Sierra Leone wegen Ebola meiden, viele Fluggesellschaften fliegen die Region nicht mehr an. "Wir verstehen diese Ängste", sagte UN-Koordinator David Nabarro. "Aber mit den nötigen Maßnahmen ist die Gefahr beherrschbar." Für die betroffenen Länder stehe die Zukunft auf dem Spiel. "Isolierung ist nicht die Antwort. Dann gefährdet man die in den vergangenen Jahren teuer erkauften Erfolge beim Aufbau der Wirtschaft."

Dagegen ist die Mediziner-Organisation "Ärzte ohne Grenzen" (MSF; "Médecins Sans Frontières") der Ansicht, dass der Kampf längst verloren sei. Die Welt habe viel zu spät und dann zu langsam auf die Gefahr reagiert. "Staaten mit der Möglichkeit, auf einen solchen Ausbruch zu antworten, müssen sofort Experten und Material in die betroffenen Regionen schicken", hieß es von der Hilfsorganisation. Viele Länder könnten zivile oder militärische Teams entsenden, tun es aber nicht. "Die bloße Ankündigung von Spenden oder das Einfliegen von ein paar Experten lösen das Problem nicht", sagte MSF-Chefin Joanne Liu.

llf/DPA DPA

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