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Eltern verlieren Kinder bei MH17-Absturz: "Niemand verdient, was wir durchmachen"

Sie haben ihre drei Kinder verloren, als die Passagiermaschine MH17 abgeschossen wurde. Jetzt wenden sich die Eltern an die Öffentlichkeit - mit einem Brief voller Schmerz und Liebe.

Evie, Mo und Otis Maslin starben zusammen mit ihrem Großvater als die malaysische Maschine MH17 abgeschossen wurde.

Evie, Mo und Otis Maslin starben zusammen mit ihrem Großvater als die malaysische Maschine MH17 abgeschossen wurde.

Sie erleben "die Hölle jenseits der Hölle": Anthony Maslin und Marite Norris haben bei dem Abschuss des malaysischen Flugzeugs MH17 ihre drei Kinder und Norris' Vater verloren. Nach einem Urlaub in Europa waren die drei Kinder, der zwölfjährige Mo, die zehnjährige Evie und der achtjährige Otis zusammen mit ihrem Großvater Nick Norris zurück nach Australien geflogen. Die Eltern blieben noch in den Niederlanden, wollten wenige Tage später folgen.

Nun wendet sich das westaustralische Paar mit seinem Schmerz an die Öffentlichkeit: In einem Brief, den es an die Soldaten der Ukraine, die Politiker, die Medien sowie Freunde und Familie adressiert.

Im Folgenden finden Sie Auszüge des Schreibens:

Ein Brief voller Schmerz - und Liebe

"Eine Botschaft an die Soldaten in der Ukraine, die Politiker, die Medien, unsere Freunde und Familie.

Unser Schmerz ist heftig und unbarmherzig. Wir leben in einer Hölle jenseits der Hölle. Unsere Kinder sind nicht mehr bei uns - wir sind gezwungen, mit dieser grausamen Tat zu leben, jeden Tag und jeden Moment für den Rest unseres Lebens.

Niemand verdient, was wir durchmachen. Nicht einmal jene, die unsere ganze Familie vom Himmel geschossen haben. Kein Hass der Welt ist so stark wie unsere Liebe für unsere Kinder, für Mo, für Evie, für Otis. Kein Hass der Welt ist so stark wie unsere Liebe für Opa Nick. Kein Hass der Welt ist stark wie die Liebe, die wir füreinander empfinden.

Diese Erkenntnis gibt uns etwas Trost.

Wir bitten jeden, sich daran zu erinnern, wenn Entscheidungen getroffen werden, die sich auf uns und die anderen Opfer dieses Grauens auswirken.

Bisher waren wir jeden Augenblick seit unserer Rückkehr umringt von Familie und Freunden. Wir hoffen wirklich sehr, dass dies auch in Zukunft so sein wird, denn diese Liebe hält uns am Leben. Wir wollen weiterhin an eurem Leben teilhaben, an allem Guten und allem Schlechten. Wir haben kein eigenes Leben mehr, für das es sich zu leben lohnt. Daher möchten wir die Gelegenheit ergreifen, allen zu danken, all unseren unglaublichen Freunden, Verwandten und Gemeinschaften, und euch sagen, dass wir euch sehr lieben. (....)

Wir bitten die Medien, die Privatsphäre unserer Familie und Freunde zu respektieren - Schmerz ist keine Geschichte."

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