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Bürger reagierten mit Hamsterkäufen: Trinkwasseralarm in Heidelberg aufgehoben – Grund für Blaufärbung des Wassers bekannt

Aufatmen in Heidelberg. Die Warnung vor der Benutzung des Leitungswassers ist aufgehoben. Untersuchungen haben keine gesundheitsgefährdende Verschmutzung gezeigt. Zuvor hatten Bürger mit Hamsterkäufen auf die Warnung reagiert.

Feuerwehrfahrzeug in Heidelberg

Per Lautsprecherwagen warnte die Feuerwehr in Heidelberg vor der Benutzung des Trinkwassers

DPA

Das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis hat die Nutzung des Trinkwassers in Heidelberg und im benachbarten Dossenheim wieder freigegeben. Es könne wieder "in vollem Umfang" verwendet werden, so die Behörde in einer Mitteilung. Bei den Untersuchungen des Leitungswassers konnten demnach "keine Belastungen nachgewiesen werden".

Am Vormittag hatte die Verwaltung eine Warnung vor Nutzung des Leitungswassers in der 150.000-Einwohnerstadt und der Nachbargemeinde ausgesprochen.

Grund die Gefahrenmeldung war die angenommeneVerunreinigung des Wassers mit einer unbekannten Substanz. Bürger hatten am Morgen eine Blaufärbung gemeldet.

Leitungswasser in Heidelberg nicht benutzen

"Vorsorglich" sollte das Wasser nur zur Toilettenspülung genutzt, jedoch keinesfalls zum Trinken, Duschen, Kochen oder Händewaschen verwendet werden, warnte das Rathaus.

Experten der Stadtverwaltung waren unter "Hochdruck" damit beschäftigt, die unbekannte Substanz zu analysieren und die Ursache für die Verschmutzung zu ermitteln. Sie konnten nun Entwarnung geben. Die Verfärbung sei nach Erkenntnissen der Stadt Heidelberg "der natürlichen Schwankungsbreite in der Zusammensetzung des Wassers" geschuldet. Worum es sich dabei genau handelt, teilten die Behörden noch nicht mit.

"Uns sind bislang keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Bevölkerung gemeldet worden", sagte Rainer Schwertz, der Leiter des Gesundheitsamtes Rhein-Neckar-Kreis, auf einer Pressekonferenz am Vormittag.

Die Behörden hatten ein Infotelefon eingerichtet und forderten die Bevölkerung auf, sich einen Vorrat an abgefülltem Trink- und Brauchwasser anzulegen. Zusätzlich fuhren Lautsprecherwagen durch Heidelberg und warnten die Bewohner, auch über die Apps "Katwarn" und "Nina" sollen die entsprechenden Hinweise verbreitet worden sein.

Rebecca Beringer aus dem Stadtteil Heidelberg-Handschuhsheim berichtete dem stern von Hamsterkäufen: "Draußen ist das blanke Chaos", schilderte die 33-Jährige. "Bei Rossmann geht die Schlange bis auf die Straße, bei Aldi ist alles leer, bei Penny auch." Sie habe beobachtet wie ein Mann aus einem fremden Einkaufswagen Wasser geklaut hat. "Es ist einfach krank, was da gerade abgeht."

Die Stadt Dossenheim nördlich von Heidelberg kündigte eine Trinkwassernotversorgung mit Tankwagen an – diese ist nun glücklicherweise hinfällig.

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Quellen: Stadtverwaltung Heidelberg, "Rhein-Neckar-Zeitung", Feuerwehr Dossenheim, Rhein-Neckar-Kreis, Nachrichtenagenturen AFP und DPA