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Autozug ausgefallen "Wie im Katastrophenfilm": Hunderte Fahrgäste sitzen stundenlang in Eurotunnel fest

Über einen Nottunnel wurden die Passagiere aus dem Eurotunnel herausgeführt und zu einem Ersatzzug gebracht
Nach der Panne mussten die Autozug-Passagiere im Eurotunnel ihre Wagen verlassen und wurden zu Fuß durch den Nottunnel begleitet
© Kate Scott / DPA
Nach einer Panne im Eurotunnel haben Hunderte Passagiere stundenlang in einem Autozug ausharren müssen. Später wurden sie evakuiert. Ein Video in sozialen Medien zeigt, wie Menschen teils mit Gepäck und Hunden offenbar durch einen Wartungstunnel gehen mussten.

Stundenlang mussten Passagiere eines Autozuges aus dem französischen Calais im Eurotunnel ausharren. Gegen kurz vor 16 Uhr am Dienstag kam es zu einer Panne, die den Zug an der Weiterfahrt hinderte. Wie britische Medien berichten, war der Zug auf dem Weg zum britischen Ort Folkestone.

Einer der Passagiere an Bord berichtete laut "Daily Mail" später der britischen Nachrichtenagentur PA, dass schon zehn Minuten nach dem Einsteigen in den Zug die Lichter ausgingen und die Bahn stoppte. "Uns wurde gesagt, sie müssten ein Problem mit den Rädern untersuchen", wird der Mann zitiert. Nach etwa anderthalb Stunden hätte sich der Zug wieder in Bewegung gesetzt, doch nach fünf Minuten hätte er schon wieder angehalten. "Wir warteten weitere zwei Stunden, bis sie entschieden, dass sie kein Problem feststellen konnten und wir in einen anderen Zug umsteigen mussten."

Gefangen im Eurotunnel: Twitter-Video zeigt Passagiere bei Evakuierung

Schließlich wurden die Passagiere durch den Notverbindungstunnel zum Servicetunnel geleitet, wo ein anderer Ersatzzug auf sie wartete.

Mehrere Stunden mussten die Passagiere in dem Zug ausharren
Mehrere Stunden mussten die Passagiere in dem Zug ausharren
© Michael Harrison / DPA

Ein Video auf Twitter zeigte, wie Menschen teils mit Gepäck und Hunden offenbar durch einen Wartungstunnel gehen.

"Wir gingen dann etwa zehn Minuten zu einem Zug, der vor dem betroffenen Zug stand", so der Mann weiter. "Mit dem wurden wir nach Folkestone gebracht. Sechs Stunden nach dem Einsteigen kamen wir schließlich dort an."

Die Evakuierung sorgte bei einigen Passagieren für großes Unbehagen. "Der Wartungstunnel war furchterregend. Es war wie in einem Katastrophenfilm", erzählte eine 37-jährige Passagierin der PA. "Wir gingen einfach in den Abgrund, ohne zu wissen, was passiert. Wir mussten alle in dieser langen Schlange unter dem Meer ausharren." Eine Frau habe geweint, eine andere habe eine Panikattacke gehabt.

Der Eurotunnel ist der weltweit längste Unterwassertunnel und verläuft zwischen Folkestone in Kent (Vereinigtes Königreich) und Coquelles nahe Calais (Frankreich). Von den 50 Kilometern verlaufen 37 Kilometer komplett unter dem Ärmelkanal. Wegen des Vorfalls fielen Verbindungen aus. Der Zugbetreiber forderte Fahrgäste, die von Calais nach Folkestone reisen wollten, auf, bis Mittwochfrüh um 6 Uhr nicht zum Terminal zu kommen.

Video zeigt 2000 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine "Dorothy" bei der Arbeit

Sehen Sie im Video: Die Eisenschnellbahnstrecke "High Speed 2" soll London mit dem britischen Mittelland verbinden. Baumaschinen wie die 2000 Tonnen schwere "Dorothy" bohren dafür kilometerlange Tunnel.

Quellen:  "Daily Mail", BBCTwitter, mit Material der DPA

jek

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