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Flüchtlinge am Eurotunnel: Das Nadelöhr der Hölle

Tag und Nacht versuchen Flüchtlinge durch den Eurotunnel nach England zu kommen. Hunderte. Indem sie sich in LKW-Fahrgestellen verstecken oder sogar auf fahrende Züge springen. Jedes Mal nehmen sie dabei den Tod in Kauf.

Einst der Stolz Europas: der Euro Tunnel, eine Bahnstrecke unter dem Ärmelkanal, die Großbritannien mit dem Festland verbindet. Für Tausende Flüchtlinge ist es ein Nadelöhr der Hölle. 

Der französische Hafenort Calais ist schon seit Jahren die Stadt der Zäune. Überall Metall-Gitter, noch mehr Maschen- und, Nato-Stacheldraht. Und die Hindernisse werden immer höher und immer scharfkantiger. Zu Tausenden kommen Flüchtlinge, um durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen, wo sie ein besseres Leben finden wollen. Allein in den vergangenen sechs Monaten soll es 37.000 verhinderte Versuche gegeben haben. Mehr als 200 am Tag. Denn sie probieren es immer wieder.

Rund 3000 Flüchtlinge harren im Lager La Jungle, der Dschungel, in Calais aus und warten auf ihre Chance, sich ans Fahrgestell eines LKWs zu klemmen, sich im Frachtraum zu verstecken oder sogar auf fahrende Züge aufzuspringen. Allein seit Anfang Juni sind dabei neun Menschen gestorben. Abschrecken tut das niemanden. England oder der Tod scheint die Devise der vor allem jungen Menschen, die häufig aus Eritrea und dem Sudan kommen.

Großbritannien und Frankreich wollen mit zusätzlichen rund zehn Millionen Euro die "Sicherheit" am Tunnel erhöhen. Was immer das heißen soll.

sal / STERN
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