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Fall bei "Aktenzeichen XY...ungelöst" 51-Jähriger seit April vermisst, Mordkommission ermittelt: Was geschah mit Karsten M.?

Gesucht mit Hilfe der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY: Karsten M.
Seit April gilt Karsten M. aus dem Landkreis Goslar als vermisst. Die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen aus. Ein Aufruf in der Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" soll zur Aufklärung des Falles beitragen.
© Polizei Goslar
Ein ungelöster Vermisstenfall beschäftig die Polizei im Landkreis Goslar. Dort ist seit April der 51-jährige Karsten M. verschwunden. Die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen aus. Jetzt wird der Fall in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" behandelt.

Es begann mit einer Vermisstenmeldung, doch inzwischen ermittelt die Mordkommission im Fall des verschwundenen Karsten M. aus der Gemeinde Groß Döhren bei Liebenburg im Landkreis Goslar.

Der 51-Jährige hatte am 13. April vermutlich zwischen 5 und 5.15 Uhr sein Haus verlassen. Blutspuren deuteten darauf hin, dass es unmittelbar danach zu einem Vorfall im Gartenbereich des Grundstücks gekommen sein, bei dem der Brillenträger möglicherweise getötet wurde. Doch von ihm selbst fehlt bislang jede Spur.

Im Auto von Karsten M. fand die Polizei Blutspuren

Mit Karsten M. verschwand auch dessen Auto, ein blauer VW Caddy, der drei Tage später, am 16. April, gegen 15 Uhr im Bereich Hannover, Messegelände, Boulevard der EU, gegenüber des "Holländischen Pavillons" aufgefunden wurde – ordnungsgemäß und verschlossen geparkt. Auch darin fanden die Ermittler Blutspuren.

Im Mai ergaben Ermittlungen der Mordkommission "Fortuna", dass in der Nähe des Abstellortes ein Taxi über eine zentrale Vermittlung bestellt wurde. Die Polizei vermutet, dass dessen Fahrer:in den Fahrgast aus dem Bereich rund um den Boulevard der EU herum aufgenommen und möglicherweise direkt zum Hauptbahnhof Hannover gefahren hat. 

Am 18. Mai durchsuchten die Beamten mehrere Waldabschnitte und Grundstücke im Norden des Landkreises Goslar. Dabei nahmen sie einen 50-jährigen Bundespolizisten aus Othfresen in Liebenburg fest. Einen Tag später beantragte die Staatsanwaltschaft Braunschweig einen Haftbefehl gegen ihn. Er sei dringend tatverdächtig, Karsten M. an dessen Wohnanschrift getötet zu haben, hieß es. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus, da die beiden Männer eng befreundet waren. Zum Tatvorwurf hat er sich bislang nicht geäußert. "Der Beschuldigte macht von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch", erklärt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Nachfrage des stern.

Fall am Mittwoch bei "Aktenzeichen XY...ungelöst"

Trotz umfangreicher Ermittlungen hat sich die entscheidende "heiße Spur" bislang noch nicht ergeben, wie die Polizei jetzt mitteilte. Diesen erhoffen sich die Ermittler in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Braunschweig durch einen Beitrag in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst", die am Mittwochabend um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird.

Neben dem Leiter der Mordkommission, Kriminalhauptkommissar Lutz Lucht, der im Münchener Studio zu Gast sein wird, wird auch sein gesamtes Team bereitstehen, um eingehenden Hinweisen nachzugehen.

Solche Rasengitterplatten soll der Tatverdächtige gekauft haben
Solche Rasengitterplatten soll der Tatverdächtige gekauft haben
© Polizei Goslar

Die Suche der Ermittler konzentriert sich nach wie vor auf den Taxifahrer, beziehungsweise die Taxifahrerin, der/die am 13. April zwischen 9.30 Uhr und 10 Uhr eine männliche Person am Expo-Gelände aufgenommen hat. Auch werden Zeugen gesucht, die Angaben zu dem abgestellten Fahrzeug von Karsten M. und dessen Insassen für den Zeitraum vom 13. April 21, circa 5.30 bis etwa 9.30 Uhr, machen können. Besonders auffällig: Der Tatverdächtige machte in den Tagen danach in verschiedenen Baumärkten der Region und im Bereich Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) ungewöhnliche Einkäufe, die bislang nicht gefunden wurden. Diese Einkäufe lagen jeweils in engem zeitlichen Zusammenhang zu bestimmten Ermittlungshandlungen der Mordkommission, die öffentlich gemacht wurden.

Leiche von Karsten M. möglicherweise in Hannover oder Langenhagen abgelegt

Bei den Gegenständen handelt es sich um:

  • 16 Baustahlmatten, 2,30 x 1 Meter
  • 11 Rasengittersteine, 60 x 40 x 8 Zentimeter
  • 100 Meter grünen Stacheldraht, jeweils in Gebinden zu je 50 Meter Rollen
  • 150 Meter verzinkten Stacheldraht, jeweils in Gebinden zu je 50 Meter Rollen
  • 8 Bauzaunelemente (3,50 x 2 Meter)
  • 8 Betonfüße
Solche Betonfüße kaufte der Tatverdächtige in einem Baumarkt
Am 30. April kaufte der Tatverdächtige acht solcher Betonfüße
© Polizei Goslar

Laut Polizei kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Leiche von Karsten M. im Bereich Hannover, Expo-Gelände, beziehungsweise Flughafen Langenhagen, abgelegt wurde. "Es ist durchaus möglich, dass diese Umzäunung immer noch eingerichtet ist", erklärte dazu ein Pressesprecher im Juni. Die Polizei hofft, dass Hinweise aus der Bevölkerung dazu beitragen, den Fall schnell aufklären zu können. Sachdienliche Hinweise werden unter der Telefonnummer 05321/3390 rund um die Uhr entgegen genommen.

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Quellen: Staatsanwaltschaft Braunschweig, Polizei Goslar 1, Polizei Goslar 2, Polizei Goslar 3, Polizei Goslar 4, Polizei Goslar 5


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