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Georgien: Güterzug fährt auf Mine - und explodiert

Auf Georgiens wichtigster Ost-West-Bahnstrecke ist am Sonntag ein mit Treibstoff beladener Zug explodiert. An der Unglückstelle fünf Kilometer westlich der Stadt Gori stieg aus dem Zugwrack schwarzer Rauch auf, der kilometerweit zu sehen war. Verletzt wurde offenbar niemand.

Ein mit Treibstoff beladener Zug ist am Sonntag in Georgien auf eine Mine gefahren und explodiert. Das georgische Fernsehen zeigte dichte Rauchwolken über der Unglücksstelle in der Nähe der Stadt Gori. Der Qualm war kilometerweit zu sehen, wie Reporter berichteten. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Tiflis. Die Detonation ereignete sich rund zehn Kilometer westlich von Gori, nahe eines aufgegebenen Militärstützpunkts der georgischen Armee.

Rettungskräften gelang es, 19 Waggons von den Schienen zu heben, um weitere Explosionen und eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Betroffen sei der hintere Teil des Zuges, sagte Ministeriumssprecher Schota Utiaschwili. Zehn der 30 Waggons stünden in Flammen. Nach Angaben des Ministeriums lag die Mine auf den Gleisen.

Das georgische Fernsehen berichtete, zwei Häuser seien beschädigt worden. Utiaschwili machte Russland für die Explosion verantwortlich. Der Zug war seinen Angaben zufolge auf dem Weg zu einem georgischen Schwarzmeerhafen. Georgische Regierungsvertreter erklärten, die russischen Soldaten hätten vor ihrem Abzug die Infrastruktur des Landes beschädigt. Russland hat zwei Wochen nach Beginn des Krieges um Südossetien die meisten seiner Soldaten aus Georgien abgezogen.

Gori liegt südlich der Grenze zwischen Georgien und Südossetien. Nach Beginn der georgischen Militäroffensive in der abtrünnigen Provinz vor gut zwei Wochen war die Stadt von der russischen Armee bombardiert worden. Russische Truppen rückten danach in die Stadt ein. Erst seit Freitag steht Gori wieder unter der Kontrolle der georgischen Polizei. Rund zehn Kilometer nördlich der Stadt war aber auch am Samstag ein Kontrollpunkt weiterhin in russischen Händen.

Reuters/AFP/AP / AP / Reuters