HOME

Griechenland: Mit Boot abgetrieben: Frau überlebt 37 Stunden auf offener See – dank Plastiktüten und Lollis

Es klingt unglaublich: Eine 47 Jahre alte Frau wird in ihrem Schlauchboot vor der griechischen Küste abgetrieben. 37 Stunden verbringt sie auf offener See – und überlebt nur, weil sie die richtigen Strategien kennt.

47-Jährige in ihrem Schlauchboot

Die griechische Küstenwache rettete die 47-Jährige

Sie trieb drei Tage lang in einem kleinen Schlauchboot auf offener See – bis die griechische Küstenwache sie fand. Dass Kushila Stein überlebt hat, verdankt sie ihren Socken, drei Plastiktüten und einer Handvoll Lollis.

Die 47-Jährige aus Neuseeland war nach einem Bericht des "New Zealand Herald" zusammen mit einem Briten namens Mike auf dessen Yacht unterwegs von der Südtürkei nach Athen. In Höhe der griechischen Insel Folengandros hätte sich Stein am vergangenen Freitag dazu entschlossen, mit einem Schlauchboot auf die Insel überzusetzen und dort wandern zu gehen, heißt es in dem Bericht weiter.

Am späten Nachmittag gegen 16.30 Uhr soll die 47-Jährige ihrem Schiffsbegleiter eine Nachricht geschickt haben. Sie sei auf dem Weg zurück zur Yacht, ihr Handy-Akku aber fast leer. Doch bei der Yacht kam sie nie an.

Stein kennt sich mit Überlebensstrategien auf hoher See aus

Ihr Schiffsgenosse alarmierte daraufhin am nächsten Morgen die Küstenwache. Die Einsatzkräfte suchten mit sechs Booten, einem Flugzeug und einem Hubschrauber nach Stein – vergeblich.

Das Schlauchboot der 47-Jährigen war kurz nach dem Ablegen von Folengandros manövrierunfähig geworden – Stein hatte ein Paddel verloren. Der Wind trug das Boot schließlich immer weiter weg von der Yacht, auf die sie eigentlich zusteuern wollte.

Die Frau hatte ein Ruder ihres Schlauchbootes verloren

Die Frau hatte ein Ruder ihres Schlauchbootes verloren

Wie Steins Mutter dem "Herald" berichtete, sei ihre Tochter eine erfahrene Seglerin, die über umfangreiches Wissen zu Überlebensstrategien auf hoher See verfüge – das rettete ihr vermutlich das Leben. So soll Stein sofort erkannt haben, dass Trinkwasser ihr größtes Problem sein würde, erzählte die Mutter der Zeitung. In den Tiefen ihres Tagesrucksacks fand die 47-Jährige demnach noch ein paar geschmolzene Lollis. Sie reichten offenbar aus, um den Flüssigkeitsbedarf der Frau bis zu ihrer Rettung zu decken.

Aus drei Plastik-Einkaufstaschen bastelte sie improvisierte Handschuhe und Decken, um ihren Körper nachts warm zu halten. Sie wrang außerdem jeden Morgen ihre Socken aus und legte sie zum Trocknen auf das Boot. So hatte sie in der nächsten Nacht, als die Temperaturen wieder fielen und es nasskalt wurde, trockene Socken, die sie wärmten.

Küstenwache entdeckt Stein vor der Küste Kretas

Tagsüber setzte sie sich eine rote Plastiktüte auf den Kopf, um aus der Luft besser gesehen werden zu können. Zusätzlich band sie eine weitere Tüte an das verbliebene Paddel, um damit winken zu können, sollte sich ein Flugzeug oder anderes Boot nähern. Außerdem nutzte sie einen Handspiegel, um das Sonnenlicht in verschiedene Richtungen zu spiegeln und auch so auf sich aufmerksam zu machen.

Verletzter Mann auf einer Trage

Ihre Maßnahmen hatten Erfolg: 37 Stunden später, am frühen Sonntagmorgen, wurde Stein von der Küstenwache entdeckt. Ihr Boot war mittlerweile bis rund 55 Seemeilen vor die Küste Kretas getrieben worden. Die 47-Jährige war wohlauf, wurde aber dennoch von der Küstenwache an Land und von dort weiter in ein Krankenhaus gebracht.

Bereits wenig später konnte sie wieder entlassen werden. Ob sie ihre Reise mit der Yacht fortgesetzt hat, ist nicht bekannt.

Quelle: "New Zealand Herald"

mik