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Havarierter Frachter vor Neuseeland: Die Angst vor einer Ölpest steigt

1700 Tonnen Schweröl im Tank: Neuseeland fürchtet die schlimmste Meeres-Umweltkatastrophe seit Jahrzehnten. Sollte das havarierte Containerschiff "Rena" auseinander brechen, drohen große Mengen Öl in den Ozean zu strömen.

Schon jetzt ist der Ölteppich fünf Kilometer breit, doch vor der Küste Neuseelands könnte es noch weitaus schlimmer kommen. Nach der Havarie des Containers "Rena" fürchtet sich Neuseeland vor einer Umweltkatastrophe. Das Schiff mit rund 1700 Tonnen Schweröl als Treibstoff an Bord drohe in der von zahlreichen Meerestieren wie Walen, Delphinen und Seelöwen bewohnten Plenty-Bucht auseinander zu brechen, teilte die neuseeländische Regierung am Freitag mit.

Das Schiffsunglück könnte zur schlimmsten Meeres-Umweltkatastrophe des Landes seit Jahrzehnten werden, sagte Umweltminister Nick Smith. Und Verkehrsminister Steven Joyce erklärte, schon jetzt seien mehrere Tonnen Schweröl ins Meer gelangt. Auch ölverschmierte Vögel, darunter ein Pinguin, seien bereits gefunden worden. Erste Versuche, den Teppich mit Hilfe von aus Flugzeugen abgeworfenen Lösungsmitteln aufzulösen, scheiterten demnach. Das Öl könnte bald die Küste erreichen.

Der "New Zealand Herald" berichtete, bei schwerer See drohe der Frachter auseinander zu brechen. Der Rumpf weise mehrere Risse auf. Für die kommenden Tage ist aber ruhiges Wetter angesagt. Die "Rena" hat etwa 2100 Container mit Holz, Milchpulver, Fleisch und Fisch an Bord. Vor einer Bergungsaktion müsse das Schiff vermutlich entladen werden, sagte ein Experte im Rundfunk.

Das 236 Meter lange Schiff war am Mittwoch rund 20 Kilometer vor dem Hafen von Tauranga an einem Riff auf Grund gelaufen und leckgeschlagen. Zwei Laderäume wurden überflutet. Die 32 Jahre alte "Rena", die unter liberischer Flagge fährt und 47.000 Tonnen laden kann, hat derzeit eine Schlagseite von etwa 14 Grad. Die Plenty-Bucht ist eine der Haupttouristenattraktionen des Landes.

cjf/AFP/DPA / DPA