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Havariertes Frachtschiff "Rena" Bergungskräfte befürchten das Schlimmste


Die Hoffnung, dass das havarierte Schiff "Rena" vor Neuseeland heil geborgen werden kann, schwindet mit jeder Minute. Experten rechnen damit, dass der Frachter auseinanderbricht.

Die Chancen auf Erfolg bei der Bergung des havarierten Frachters vor Neuseeland stehen schlecht. Rund um die Uhr pumpten die Bergungskräfte Öl aus den Tanks der "Rena". Schlechtes Wetter und starker Wellengang erschwerten die Arbeit jedoch, das Schiff droht weiter zu brechen. Am Montagabend waren noch etwa 1300 Tonnen Öl auf dem Frachter. Die Bergungsmannschaft wollte die Nacht durcharbeiten. Jeder Tropfen, der nicht ins Meer gelange, zähle, erklärten die Behörden.

Die Chancen, das ganze Öl abzupumpen, bevor der Frachter auseinanderbricht, stünden "nicht sehr gut", sagte der neuseeländische Verkehrsminister Steven Joyce. Das Schiff neige sich stark zur Seite und ist stärker werdendem Wellengang ausgesetzt, hieß es. Die "Rena" sei "gebrochen, beschädigt und auf ihren Knien", sagte Matt Watson, Sprecher der Firma Svitzer, die bei der Bergung beteiligt ist. "Wir müssen das absolut Schlimmste befürchten."

Bisher gelang es dem von drei auf neun Mann aufgestockten Team allerdings nur, etwa 74 Tonnen Öl aus dem Inneren zu holen. Die Arbeiter pumpen das dickflüssige Öl durch einen 150 Meter langen Schlauch mit einem Durchmesser von nur acht Zentimetern aus den Tanks der "Rena." Wegen der Schlagseite kann die Bergungsfirma keine weiteren Pumpen einsetzen. Nach Schätzungen der neuseeländischen Schifffahrtsbehörde soll es etwa 65 Stunden dauern, bis das ganze Öl abgepumpt ist.

Bis zu 400 Tonnen Schweröl sind seit dem Unglück vor zwölf Tagen in den Südpazifik gelangt. Neuseeland erlebt damit seine bislang schwerste Umweltkatastrophe. Die Behörden warnen vor dem Verzehr von Fisch aus der Region, vom Schwimmen an den betroffenen Stränden wird abgeraten.

ono/DPA DPA

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