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Sicherheitsmaßnahme: Abtransport der "Costa Concordia" verzögert sich

Es soll die letzte Reise der "Costa Concordia" sein - von Giglio, dem Ort ihrer Havarie, nach Genua, wo sie verschrottet wird. Als Vorsichtsmaßnahme wurde die Überführung nun erneut verlegt.

Die "Costa Concordia" liegt immer noch in ihrem Dock nahe der Insel Giglio

Die "Costa Concordia" liegt immer noch in ihrem Dock nahe der Insel Giglio

Der Abtransport der havarierten "Costa Concordia" von der Mittelmeer-Insel Giglio verzögert sich weiter. Die  Bergungskräfte verschoben die Abfahrt des Wracks kurz vor dem zuletzt geplanten Termin auf Mittwoch. "Wir haben uns weitere 24 Stunden Zeit genommen, um alles vorzubereiten", sagte Italiens Zivilschutzchef Franco Gabrielli am Montag auf Giglio. Die Vorbereitungen an dem Kreuzfahrtschiff sollten in der Nacht abgeschlossen werden. Die Entscheidung für die erneute Verzögerung sei "aus Vorsichtsgründen" gefallen, erklärte Gabrielli.

Mehr als zweieinhalb Jahre nach der Havarie im Januar 2012 soll die "Costa Concordia" nun also am Mittwoch ihre letzte Reise in die ligurische Hafenstadt Genua antreten, wo das Schiff verschrottet wird. Bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffs vor der Toskana-Insel waren 32 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 12 Deutsche.

Bergung für 1,5 Milliarden Euro

Vor gut einer Woche war die insgesamt 1,5 Milliarden Euro teure und bislang weltweit einzigartige Bergungsaktion in die Endphase gegangen. Nachdem das 290 Meter lange Schiff wieder zum Schwimmen gebracht worden war, hatten die Experten ihm mit Hilfe von luftgefüllten Schwimmtanks Auftrieb gegeben. Auch am Montag war dies noch nicht komplett abgeschlossen. "In den kommenden Stunden wird das Schiff sich um weitere zweieinhalb Meter aus dem Wasser heben, dann gibt es eine finale Kontrolle", erklärte Ingenieur Franco Porcellacchia. "Wir sind auf der Zielgeraden dieses Projekts."

Ursprünglich war die Abfahrt des Konvois, bestehend aus dem Wrack und vier Schleppern sowie zehn Begleitschiffen, für Montag vorgesehen gewesen. Wegen des schlechten Wetters in der vergangenen Woche war der Transport dann auf Dienstag verschoben worden, nun nimmt sich das internationale Bergungsteam weitere 24 Stunden Zeit für die Vorbereitungen. "Bei solchen Projekten macht Eile keinen Sinn", sagte der Vorstandschef der Reederei "Costa Crociere", Michael Thamm.

350 Kilometer nach Genua

Die Bewohner Giglios müssen damit noch einen weiteren Tag mit dem Wrack vor ihrer Insel leben. "Die Costa Concordia lässt uns bis zum letzten Moment leiden, ich bin etwas irritiert über diese Verzögerung", sagte Bürgermeister Sergio Ortelli. "Ich verstehe die technischen Schwierigkeiten, aber unsere Sorge ist groß."

Für die 350 Kilometer lange Strecke bis nach Genua soll die "Costa Concordia" mit einer Geschwindigkeit von zwei Knoten (rund 3,7 Stundenkilometer) etwa vier bis fünf Tage unterwegs sein. Die Experten rechnen damit, dass der Kreuzfahrtkoloss spätestens am Sonntag sein Ziel erreicht. Das Verschrotten und Recyceln des Wracks in Genua soll dann nochmals knapp zwei Jahre dauern.

amt/DPA / DPA