Glückliches Ende einer Vermisstensuche: ein Zweijähriger war in Hessen seinem Vater im Wald weggelaufen. Nach sieben Stunden Ungewissheit und Sorge dann die erlösenden Nachricht.
Was für eine Horrorvorstellung für Eltern: Ein Vater hat in Hessen seinen zweijährigen Sohn im Wald verloren. "Der Mann hat sich einen Moment umgeschaut und als er zu seinem Sohn zurückblickte, war der verschwunden", sagte ein Polizeisprecher in Fulda.
Gegen 16.45 Uhr – und damit nur etwa eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang – ging der Junge im Wald verloren. Mehr als 200 Einsatzkräfte machten sich auf die Suche. Im Suchgebiet: Wald, Wiesen und zwei Bäche – "allerdings eher kleinere Wasserläufe", wie ein Polizeisprecher der "Fuldaer Zeitung" sagte.
Suche nach Zweijährigem bei Dunkelheit
Eingesetzt wurden nach Angaben der Polizei unter anderem Suchhundestaffeln sowie Drohnen mit Wärmebild- und – angesichts der Dunkelheit – Nachtsichtkameras. Auch Bürgerinnen und Bürger unterstützten die Suche, etwa indem sie Grundstücke und Schuppen absuchten.
Flucht, Armut und Krankheit – und mittendrin die Kinder
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Die brennende Not
Lesbos, Griechenland: Am 9. September 2020 zerstört im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ein Feuer die Unterkünfte von 13.000 Menschen, darunter 4.000 Kinder. Sie sind von Krieg und Gewalt geflohen. Sie haben unter elenden Bedingungen ausgeharrt, viele seit Jahren. Das Lager ist überfüllt, Krankheiten grassieren, immer wieder werden Lebensmittel und sauberes Wasser knapp. Und nun das Feuer. Es breitet sich rasend schnell aus, den Flüchtlingen bleibt nur, in die Hand zu nehmen, was sie greifen können. Unter den vielen Bildern von dieser Inferno-Nacht hat der griechische Fotograf Angelos Tzortzinis die eindrucksvollsten vom Leiden der Kinder gemacht. Und jenes Foto, das alles gleichzeitig zeigt: Flucht und Tapferkeit, Fassungslosigkeit und Hilfsbereitschaft in höchster Not. Die Stärke des Kleinen, der dem noch Kleineren die heile Haut bewahrt. Unter den nach UNO-Schätzungen gegenwärtig rund 79,5 Millionen Menschen auf der Flucht sind etwa 32 Millionen Kinder und Jugendliche. Angelos Tzortzinis, geboren in Athen, hat an der Leica Academy of Creative Photography studiert und seither überwiegend als freier Fotograf gearbeitet. Er hat aus Georgien berichtet und vom Erdbeben in Haiti 2010, vom "Arabischen Frühling" in Kairo und dem Krieg in Libyen. Vor allem aber beschäftigt ihn die Situation der Flüchtlinge in seinem Heimatland.
Gefunden wurde er schließlich gegen etwa 23.30 Uhr: auf einem Feldweg liegend, rund vier Kilometer entfernt vom Ort seines Verschwindens. Der Junge sei am Sonntagabend "durchnässt und leicht unterkühlt" in der Nähe einer Landstraße bei Alheim gefunden und nach einer ärztlichen Untersuchung "seiner glücklichen Familie" übergeben worden, teilte die Polizei in Fulda mit. Er sei ansonsten wohlauf.
"Die Eltern sind überglücklich", sagte Esther Jaekel, Dienststellenleiterin der Polizei Rotenburg, der "Bild"-Zeitung. Auch für die Polizei sei dies das schönste Ergebnis, das man sich vorstellen könne.