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Hochwasser auf dem Jangtse Größter Staudamm der Welt übersteht Megaflut


Es war der bisher härteste Belastungstest für den Drei-Schluchten-Damm in China. Schwere Unwetter und Überschwemmungen haben etliche Erdrutsche ausgelöst, dutzende Menschen getötet und den Wasserstand an dem riesigen Bauwerk auf Rekordhöhe getrieben

Der riesige Drei-Schluchten-Damm in Zentralchina hat den größten Belastungstest seit seiner Fertigstellung im Jahr 2008 gemeistert. Nach schweren Unwettern habe die Flut am Dienstag 70.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde oberhalb des Dammes am Jangtse erreicht, berichteten chinesische Medien. Der Scheitelpunkt der Hochwasserwelle auf dem Fluss habe das Bauwerk passiert. Damit habe es dem höchsten bisher dort gemessenen Wasserstand standgehalten.

"Der Spitzendurchfluss ist hoch, aber er hat die vorgesehene Kapazität von 100.000 Kubikmetern pro Sekunde nicht überschritten", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den Vorsitzenden der Drei-Schluchten-Betreibergesellschaft. Flussabwärts vom Damm flossen am frühen Dienstag 40.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ab. 1998 erreichte die Flut am Jangtse 50.000 Kubikmeter pro Sekunde. Damals riss das Hochwasser 4150 Menschen in den Tod, 18 Millionen Chinesen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Die südwestchinesische Metropole Chongqing, in unmittelbarer Nähe des Dammes, hatte am Montag einen Notfallplan in Kraft gesetzt. Die Behörden wollten mehr als 16.000 Bürger aus dem Distrikt Hechuan in Sicherheit bringen, nachdem am Wochenende bereits 16.000 Einwohner ihre Häuser verlassen mussten.

Schlimmste Flut seit 1847

Die Metropole Chongqing, in unmittelbarer Nähe des Dammes, hatte am Montag einen Notfallplan in Kraft gesetzt. Die Behörden wollten mehr als 16.000 Bürger aus dem Distrikt Hechuan in Sicherheit bringen, nachdem am Wochenende bereits 16.000 Einwohner ihre Häuser verlassen mussten.

In der Nachbarprovinz Sichuan verzeichnete die Stadt Guang'an die schlimmste Flut seit 1847, mehr als 250.000 Menschen waren betroffen. In den vergangenen drei Tagen kamen bei Überschwemmungen und Erdrutschen in Sichuan und Shaanxi mindestens 37 Menschen ums Leben. 110 Personen wurden am Dienstag noch vermisst. Rettungskräfte setzten die Suche nach Überlebenden mit schwerem Gerät fort, während andernorts Arbeiter bedrohte Deiche mit Sandsäcken verstärkten und Wasser aus überlaufenden Rückhaltebecken abgelassen wurde.

Am Drei-Schluchten-Damm mit dem größten Wasserkraftwerk der Welt wurde seit 1993 gearbeitet. Seit 2008 wird das Reservoir mit Wasser gefüllt und Elektrizität produziert. Der Damm ist 185 Meter hoch, das Reservoir hat eine Länge von rund 600 Kilometern. Die Hochwasserkontrolle war eines der wichtigsten Argumente für den Bau des weltgrößten Staudamms.

mad/DPA/APN DPA

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