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Hurrikan: "Dennis" wird immer gefährlicher

Der Hurrikan "Dennis" gewinnt immer mehr an Kraft, während er sich auf die Küste der USA zubewegt. Mehr als eine Million Menschen zwischen Mississippi und Florida müssen ihre Häuser verlassen.

Hurrikan "Dennis" tobt mit wachsender Kraft über dem Golf von Mexiko und schiebt sich unaufhörlich auf die amerikanische Südküste zu. Der Evakuierungsbefehl wurde ausgeweitet und betrifft inzwischen eine Million Menschen zwischen Mississippi und Florida.

"Dennis“ sei inzwischen in die zweithöchste Kategorie der üblichen Skala von fünf Stufen eingeordnet worden, sagten Experten des nationalen US-Hurrikan-Zentrums am Morgen. Möglicherweise werde sich der Wirbelsturm über dem warmen Wasser des Golfs von Mexiko aber noch weiter verstärken, bevor er im Laufe des Tages das Festland im Bereich der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Florida und Alabama erreiche. Das Gebiet wurde im vergangenen September von einem ähnlich heftigen Sturm, "Ivan", verwüstet und hat sich noch nicht vollständig davon erholt. In Kuba und Haiti sind bereits 32 Menschen durch "Dennis" ums Leben gekommen.

Die Flut könnte zehn Kilometer ins Land reicht

Die Experten warnten die Küstenregion vor einer Sturmflut von mehr als fünf Metern und starken Regenfällen, die der Hurrikan mit sich bringen werde. Stürme der Kategorie Vier auf der Saffir-Simpson-Skala haben eine Windgeschwindigkeit von mehr als 200 Kilometern in der Stunde und können eine Flut auslösen, die von der Küste aus bis zu zehn Kilometer ins Landesinnere reicht. Sie machen Kleinholz aus den in den USA beliebten, transportablen Einfamilienhäusern, decken Gebäude ab und fällen dicke Bäume.

Ölbohrinseln geräumt

Am Sonntagmorgen bewegte sich "Dennis" mit einem Tempo von etwa 22 Kilometern in der Stunde in nordwestlicher Richtung über den Golf von Mexiko und befand sich rund 375 Kilometer südlich der Stadt Panama. Wie auf dem Festland die gesamte Küstenregion hatten auch Öl-Konzerne ihre Bohrinseln im Golf von Mexiko geräumt, auf denen ein Viertel der US-Ölproduktion gefördert wird. Die Förderung werde nicht vor Montag wieder auf normales Niveau hochgefahren, sagten Branchenvertreter.

Die Küstenstadt Pensacola ähnelte nach der Evakuierung einer Geisterstadt. Die Dächer vieler Häuser hier sind noch immer mit blauen Planen abgedeckt, mit denen sich die Menschen nach "Ivan" beholfen haben. "Wir haben Angst", sagte die 48-jährige Lee Schoen, die ihre wichtigsten Habseligkeiten aus einem Haus an der Küste von Mobile Bay in Alabama wegbrachte. "Wir nehmen alles Wertvolle mit und die Sachen, die nicht zu ersetzen sind, und dann gehen wir zu meiner Schwiegermutter." Ein Strom von Fahrzeugen ergoss sich landeinwärts und an vielen Tankstellen ging das Benzin aus.

Schwere Schäden sind zu erwarten

"Dieser Sturm wird viel Schaden anrichten", sagte der Direktor des Hurrikan-Zentrums, Max Mayfield, in der Nacht dem US-Nachrichtensender CNN. Obwohl dem Süden Floridas die volle Wucht des Hurrikans erspart geblieben war, wurden dort am Samstag rund 163.000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. Betroffen von den Ausläufern des Sturms war vor allem die Florida vorgelagerte Inselkette Florida Keys.

Kuba zum Großteil ohne Strom

Derweil machten sich Arbeiter in Kuba daran, hinter "Dennis" aufzuräumen. Trümmer, umgefallene Bäume, Straßenlaternen und Strommasten blockierten die Straßen in den betroffenen Städten. Der Großteil des Inselstaats mit elf Millionen Einwohnern war weiterhin ohne Strom - auch in der Hauptstadt Havanna. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde hatte der Wirbelsturm Kuba bis zum frühen Samstagmorgen im Griff gehalten.

Reuters/DPA / DPA / Reuters