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Mutmaßlicher Taschendieb: Indonesiens Polizei quält Verdächtigen mit Schlange

Beim Verhör eines mutmaßlichen Taschendiebes in Indonesien griffen die örtlichen Beamten zu seltsamen Methoden. Um ein schnelleres Geständnis einzuholen, quälte die Polizei den Verdächtigen mit einer mächtigen Schlange. Jetzt soll der Vorfall Konsequenzen haben.

Indonesien: Schlange

Mit einer Schlange quälten in Indonesien Polizisten einen mutmaßlichen Taschendieb (Symbolbild)

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In Indonesien hat die Polizei einen mutmaßlichen Taschendieb beim Verhör mit einer Schlange gequält. Im Internet kursierten schockierende Aufnahmen aus einer Polizeiwache in der Unruheprovinz Papua, auf denen der Mann gefesselt und barfuß auf dem Fußboden sitzt und wegen der ihm umgelegten Schlange panisch schreit. Die Polizei leitete interne Ermittlungen ein.

Laut Menschenrechtsaktivisten ist die grausame Verhörmethode kein Einzelfall. Wie oft hast Du Handys gestohlen?" will ein Polizist von dem verängstigten Mann wissen. "Nur zwei Mal", antwortet der Verdächtige. Der Beamte scheint ihm dann die Schlange in den Mund stecken zu wollen. Im Hintergrund ist Gelächter zu hören.

Indonesien: Ermittlungen gegen Polizisten eingeleitet

Zu der Angelegenheit werde nun ein Beamter von Ermittlern befragt, sagte der Sprecher der Polizei von Papua, Ahmad Mustofa Kamal, am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Den Namen des Beamten nannte er nicht. Auch sagte er nicht, ob gegen weitere Polizisten ermittelt wird. Der zuständige Polizeichef des Bezirks Jayawijaya, Tonny Ananda Swadaya, hatte sich am Sonntag für die Quälerei entschuldigt. Von der Schlange sei keine reale Gefahr ausgegangen, erklärte er. Um welche Schlangenart es sich handelte, verschwieg er.

Die Schlange war zahm und nicht giftig oder gefährlich", schrieb Swadaya. Der Beamte habe eigenmächtig gehandelt, um "so schnell wie möglich ein Schuldeingeständnis" zu erlangen. "Wir werden in der Zukunft professioneller arbeiten", betonte der Bezirkspolizeichef.

Der indonesischen Polizei werden immer wieder Gewalt und Verletzung der Menschenrechte gegen die ethnische Minderheit der Melanesen in Papua vorgeworfen. Auch außergerichtliche Exekutionen soll es gegeben haben. Die Menschenrechtsanwältin Veronica Koman erklärte, das Video belege, was inhaftierte Aktivisten in Papua bereits berichtet hätten. "Sie haben schon lange gewusst, dass Schlangen von der Polizei und dem Militär benutzt werden", hob Koman hervor. Daher sei sie "nicht überrascht" über das nun aufgetauchte undatierte Video.

In Papua, einer der ärmsten Regionen Indonesiens, gibt es immer wieder ethnisch motivierte Gewalt. Im Dezember wurden bei einem Anschlag von Rebellen mindestens 16 Arbeiter eines Staatsunternehmens getötet, die in Papua am Bau neuer Brücken beteiligt waren.

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wlk / AFP
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