Scharia-Recht
Paar in Indonesien mit je 100 Stockhieben für außerehelichen Sex bestraft

Ein Henker bereitet sich in Indonesien darauf vor, jemanden auszupeitschen
Die Polizei in der Provinz Aceh, Indonesien, vollstreckte die Prügelstrafe mit einem Rattanstock vor Dutzenden Zuschauern (Symbolfoto)
© Fachrul Reza/NurPhoto / Imago Images
In der indonesischen Provinz Aceh wurde ein Paar öffentlich gezüchtigt – mit jeweils 100 Stockschlägen. Der Grund: außerehelicher Sex. Seit 2015 gilt in der Region die Scharia.

Weil es außerehelichen Sex gehabt haben soll, ist in der indonesischen Provinz Aceh ein Paar öffentlich gezüchtigt worden. Der Mann und die Frau erhielten am Dienstag in einem Park in der Hauptstadt Banda Aceh jeweils 100 Stockschläge, während dutzende Menschen zuschauten. In der im Nordwesten der Insel Sumatra gelegenen Region gilt eine strenge Auslegung des muslimischen Scharia-Rechts.

Laut einem AFP-Reporter vor Ort schlug die Polizei das Paar mit einem Rattanstock. Der Mann und die Frau gehörten zu insgesamt sechs Menschen, die am Dienstag mit Stockhieben bestraft wurden.

Strafen in Indonesien: Frau muss nach Stockschlägen behandelt werden

Vier weitere Menschen bekamen zwischen acht und 29 Schläge, weil sie körperlichen Kontakt mit einem Vertreter des anderen Geschlechts gehabt oder Alkohol getrunken haben sollen. Eine Frau, die 27 Stockschläge erhielt, brach beim letzten Hieb zusammen und musste medizinisch behandelt werden.

In Aceh sind sexuelle Handlungen zwischen unverheirateten Menschen verboten. Auch Glücksspiel und homosexuelle Handlungen werden dort mit Stockhieben bestraft. Im Januar hatte ein unverheiratetes Paar jeweils 140 Stockhiebe erhalten – vermutlich die strengste Strafe, seit die Scharia in der Region im Jahr 2015 eingeführt wurde.

Indonesien ist das größte vorwiegend islamische Land der Welt. Allerdings sind dort auch sechs andere offizielle Religionen sowie traditionelle Glaubensrichtungen anerkannt.

AFP
rw

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