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Autopsie-Ergebnis: Jogger tötete Berglöwen mit bloßen Händen. Jetzt kommt heraus: Es war ein verwaister Baby-Puma

Die Geschichte vom Jogger, der einen Berglöwen mit bloßen Händen tötete, ging um die Welt. Ein Autopsie-Bericht zeigt nun, warum der Mensch den Kampf gegen das Tier gewinnen konnte.

Puma-Bezwinger in Colorado schildert erstmals seinen "Kampf ums Überleben"

"Einer der Gedanken, die ich hatte, war: 'Das wäre eine ziemlich beschissene Art zu sterben'", sagte Puma-Bezwinger Travis Kauffman

AFP

Travis Kauffman machte Anfang Februar Schlagzeilen. Der Mann aus dem US-Bundesstaat Colorado war beim Joggen von einem Berglöwen angegriffen worden und hatte sich erfolgreich gegen das Raubtier zur Wehr gesetzt. In TV-Auftritten berichtete er anschließend von seinem Überlebenskampf und wie er den Puma schließlich mit seinem Fuß erwürgen konnte.

Am Freitag haben nun die örtlichen Umweltbehörden die Ergebnisse der Autopsie des Tieres bekanntgegeben. Kauffman wurde demnach von einem nur wenige Monate alten Baby-Puma angegriffen, mutmaßlich ein Waisenjunges und nicht schwerer als 18 Kilogramm, berichten etwa der "Coloradoan", NBC News und auch der britische "Independent".

Baby-Puma wog so viel wie ein Border Collie

"Die Todesursache war (...) stumpfe Gewalteinwirkung und Strangulation", wird aus dem Schreiben von Colorado Parks and Wildlife zitiert. Aufgrund von Wildfraß sei das Geschlecht nicht mehr ganz sicher zuzuordnen gewesen, heißt es in den Medienberichten. Man gehe aber davon aus, dass es sich um ein vier bis fünf Monate altes männliches Jungtier handle. Erwachsene Puma-Männchen wiegen gerne mal bis zu 100 Kilogramm. Entsprechend schwieriger wäre es für Kaufmann gewesen, ein solches Tier zu überwältigen.

Ein junger Berglöwe, auch Puma genannt

Ein junger Berglöwe, auch Puma genannt

Picture Alliance

Dass es sich um ein Jungtier gehandelt haben muss, war bereits bekannt. Kauffmann selbst hatte in Pressekonferenzen von einem jungen Berglöwen gesprochen und von der Angst auf seinem Weg zurück, die Mutter könnte ihn angreifen. Neu ist also nur, wie jung der Puma tatsächlich war. Der Nachwuchs-Räuber hatte das Gewicht eines mittelgroßen Hundes, etwa eines durchschnittlichen Border Collies.

Experten: Travis Kauffman hat nichts falsch gemacht

Kauffman hatte sein Kampf mit dem Tier genau beschrieben: Der Räuber ließ sich demnach auch von lauten Rufen nicht vertreiben, attackierte ihn und verbiss sich in seinem Handgelenk. Die beiden seien eine Böschung heruntergerollt, hätten miteinander gerungen. Doch auch Schläge mit einem Stein auf den Kopf hätten das Tier nicht zum Lockerlassen bewegt, weswegen sich Kauffmann schließlich gezwungen sah, mit dem Fuß auf den Hals des Pumas zu steigen und ihn zu töten. Der Mann trug mehrere leichte Verletzungen, vor allem Schürfwunden davon. Die Tier-Experten machen Kauffmann den Medienberichten zufolge keine Vorwürfe. Auch wenn es sich um ein Jungtier gehandelt habe, so habe er alles richtig gemacht, sich selbst zu verteidigen.

Normalerweise würden Pumas etwa zwölf bis 18 Monate bei ihrer Mutter leben, bevor sie alleine durch die Wildnis ziehen. Medienberichten zufolge wurden zwei weitere Junge, mutmaßlich die Geschwister des erwürgten Tieres, unweit der Stelle des Todeskampfes eingefangen. Die beiden sollen demnach aufgepeppelt und ausgewildert werden. Die Mutter der drei sei nicht vor Ort gewesen.

Quellen: Coloradoan / NBC News / "Independent" 

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