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Landeanflug in Ägypten: Britischer Passagierjet entkam nur knapp einer Rakete

Es war Rettung in letzter Rettung: Ein Passagierflugzeug der britischen Fluggesellschaft Thomson ist im August beim Anflug auf Scharm el Scheich offenbar fast abgeschossen worden - doch die Piloten reagierten blitzschnell.


Ein Passagierflugzeug der britischen Thompson Airways

Ein Flugzeug der britischen Fluggesellschaft Thompson Airways: Laut britischer Regierung soll es sich bei dem Beinahe-Abschuss wohl nicht um einen Anschlag gehandelt haben.

Ein britisches Passagierflugzeug mit fast 200 Urlaubern an Bord ist beim Anflug auf den Flughafen des ägyptischen Ferienortes Scharm el Scheich offenbar nur knapp einer Katastrophe entkommen. Die Maschine der Fluggesellschaft Thomson Airways sei am 23. August beinahe von einer Rakete abgeschossen worden, berichten britische Medien. Das Verkehrsministerium habe den Vorfall bestätigt.

Der Flieger befand sich laut "Daily Mail" auf derselben Route wie die am vergangenen Samstag abgestürzte russische Passagiermaschine. Kurz vor dem Landeanflug habe der Pilot plötzlich ein Rakete auf das Flugzeug zukommen sehen. Das Geschoss sei bis auf 300 Meter herangekommen. Im letzten Moment habe der Pilot durch ein Ausweichmanöver eine Kollision verhindern können.

Nach Angaben der britischen Regierung soll es sich aber nicht um eine Dschihadisten-Rakete gehandelt haben. 

Ein Regierungssprecher sagte der "Daily Mail": "Wir haben den Vorfall damals untersucht und kamen zu dem Ergebnis, dass das Flugzeug nicht Ziel eines Anschlags war. Vielmehr handelte es sich um eine Übung des ägyptischen Militärs."

Die 189 Passagiere, die sich an Bord der Thomson-Maschine befanden, wurden den Berichten zufolge nicht über den Vorfall informiert. Die britische Regierung sei zu dem Schluss gekommen, dass es keinen Grund zur Sorge gebe und Flüge nach Sharm el Sheikh fortgesetzt werden könnten, zitiert die "Daily Mail" aus einer Erklärung der Fluggesellschaft.

Anschlag auf Airbus A321 immer wahrscheinlicher

Nach dem Absturz des Airbus A321 der russischen Airline Kogalymavia vor einer Woche in Ägypten spricht derweil immer mehr gegen ein Unglück. So stützt die Auswertung der Flugschreiber nach französischen Medienberichten die These eines Terroranschlags. Während des Flugs sei klar ein Explosionsgeräusch zu hören, berichtete der Fernsehsender France 2 am Freitag online unter Verweis auf einen Ermittler. Dieser habe erklärt, die Explosion sei nicht die Folge einer Triebwerkspanne.

Die Nachrichtenagentur AFP meldete unter Berufung auf eine anonyme Quelle, der Flugdatenrekorder bestätige einen plötzlichen Absturz: "Alles ist normal, völlig normal während des Flugs, und dann plötzlich nichts mehr." Zudem wirke es auf Fotos der Trümmerteile so, als seien diese von innen getroffen worden, was eher für die These einer Bombe spreche.

In beiden Fällen wurden die Quellen der Informationen nicht näher genannt. An der Untersuchung des Falls sind auch französische Ermittler beteiligt

Bei dem Unglück waren 224 Menschen ums Leben gekommen. Kremlchef Wladimir Putin hatte am Freitag sämtliche Flüge zwischen Russland und Ägypten einstellen lassen. Die russische Tourismusbehörde geht inzwischen davon aus, dass rund 80.000 russische Urlauber in Ägypten festsitzen. Mehrere Airlines schickten für den Rücktransport der Menschen leere Maschinen in das Land am Nil.