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Austrocknender See Leichenfunde im Lake Mead: Ermittler identifizieren einen der Toten

Ein Schild zeigt an, wie hoch der Wasserstand des Lake Mead im Jahr 2002 war
Erinnerung an bessere Zeiten: Ein Schild zeigt an, wie hoch der Wasserstand des Lake Mead im Jahr 2002 noch war
© Justin Sullivan / AFP
Die sinkenden Pegel des Lake Mead bei Las Vegas haben an mehreren trockengefallenen Stellen menschliche Überreste freigelegt. Bei einer der Leichen haben die Behörden jetzt herausgefunden, wer die Person war.

Nach der Entdeckung mehrerer Leichen an trockengefallenen Stellen des Lake Mead konnten die Ermittler jetzt erstmals menschliche Überreste einer Person zuordnen. Ein Toter, der vor mehr als drei Monaten in dem dürregeplagten See bei Las Vegas gefunden worden war, sei als Thomas Erndt identifiziert worden, berichten US-Medien unter Berufung auf die Behörden des Bundesstaates Nevada.

Erndts Überreste waren am 7. Mai in der Callville Bay im Südwesten des Sees entdeckt worden. Informationen aus den Ermittlungen, DNA-Analysen und Berichte über den ursprünglichen Vorfall hätten zu seiner Identifizierung geführt, heißt es nach Angaben des US-Senders CNN in einer Pressemitteilung der Behörden von Clark County, dem Bezirk, in dem die Bucht liegt.

Offiziell steht die Todesursache den Meldungen zufolge noch nicht fest. Doch die Ermittler gehen davon aus, dass Erndt im Jahr 2002 im Lake Mead ertrank. Eine Todesanzeige im "Las Vegas Review-Journal" vom 8. August 2002 besagt, dass der 42-Jährige, der aus der Spielerstadt kam, "am 2. August von einem Boot sprang, vermisst wird und vermutlich ertrunken ist", wie die Zeitung berichtet. Am 9. August 2002 habe in der katholischen Kirche Prince of Peace in Las Vegas die Trauerfeier für den damals noch mutmaßlich Toten stattgefunden.

In einem Nachruf in der Tageszeitung "Cincinnati Enquirer" vom 13. August desselben Jahres heißt es dem US-Sender NBC News zufolge, dass Erndt bei einem Unfall im Lake Mead ums Leben kam, ein hingebungsvoller Vater von zwei Kindern war und früher im College-Hill-Viertel der Stadt wohnte.

Mindestens ein Toter aus dem Lake Mead wurde ermordet

Bislang sind mindestens drei Leichen im Lake Mead entdeckt worden. Da bei zwei Funden in derselben Bucht nicht klar ist, ob die menschlichen Überreste zu einer oder zwei Personen gehören, könnten es auch vier sein.

Die Entdeckungen begannen am 1. Mai mit dem Auftauchen eines Metallfasses, in dem sich ein Toter befand. Mittlerweile steht fest, dass es sich dabei um einen Mann handelte, der durch einen Kopfschuss getötet worden war — vermutlich in den 1970er- oder 1980er-Jahren, wie die Polizei anhand der aufgefundenen Kleidungsstücke feststellte. Spekulationen zufolge könnte das Opfer von Auftragskillern der Mafia, die damals in Las Vegas aktiv waren, ermordet, in das Fass gesteckt und von einem Boot aus über Bord geworfen worden sein. Derzeit untersucht die Polizei den Fall aber noch.

Der Lake Mead war in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Zuge des Hoover-Dammprojekts geschaffen worden und ist der größte Trinkwasserspeicher in den USA. Wegen der seit Jahren anhaltenden Dürre im Westen des Landes ist sein Wasserstand auf das niedrigste Niveau seit 1937 gesunken. Wissenschaftlern zufolge trägt der menschengemachte Klimawandel zu der Dürre bei.

Quellen: "Las Vegas Review-Journal", NBC News, CNN

mad

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