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Schock in London Mehrere Tote nach Terrorattacken in London - Lastwagen rast in Menschenmenge

Polizeiwagen sperren die London Bridge ab
Polizeiwagen sperren die London Bridge ab
© Daniel SORABJI/AFP
Großalarm in London: Erst rast ein Lastwagen auf der London Bridge in eine Menschengruppe, dann meldet die Polizei eine Messerattacke und einen weiteren Zwischenfall - es gibt mehrere Tote und Verletzte. Die Polizei spricht von Terroranschlägen.

Weniger als zwei Wochen nach dem Bombenanschlag von Manchester ist London erneut Ziel eines Anschlags geworden: Auf der London Bridge im Herzen der britischen Hauptstadt raste am Samstagabend um kurz nach 22 Uhr ein Lieferwagen in eine Menschenmenge, laut Augenzeugen wurden mehrere Menschen verletzt. Kurz darauf wurden aus dem nahe gelegenen Borough Market ein Messerangriff und Schüsse gemeldet. Die Polizei sprach von "terroristischen" Angriffen. Es gab mehrere Tote. Medienberichten zufolge wurde nach drei möglicherweise bewaffneten Männern gefahndet.

Die Polizei rief die Bewohner Londons auf, einen sicheren Ort aufzusuchen oder sich notfalls zu verstecken. Die Rettungsdienste waren im Großeinsatz, zahlreiche Straßen in der Nähe der Tatorte wurden gesperrt, Polizeihubschrauber kreisten über dem Gebiet. Premierministerin Theresa May sprach von einem "möglichen Terrorakt" und kündigte für Sonntag eine Krisensitzung ihres Kabinetts an.

Der Schock steht ihnen ins Gesicht geschrieben: Passanten bringen sich in Sicherheit
Der Schock steht ihnen ins Gesicht geschrieben: Passanten bringen sich in Sicherheit
© Dominic Lipinski/PA via AP

Männer stachen mit Messern auf Passanten ein und riefen "Dies ist für Allah!"

Laut Augenzeugen steuerte der weiße Lieferwagen gezielt auf Passanten zu. BBC-Reporterin Holly Jones berichtete, der Wagen sei rund 80 Stundenkilometer schnell gewesen und auf den Bürgersteig in eine Menschenmenge gefahren. Sie habe mehrere Verletzte gesehen. Ein weiterer Augenzeuge sagte dem Sender BBC, der Lieferwagen sei im Zickzack-Kurs gefahren, "er hat versucht, so viele Menschen wie möglich zu erwischen".

Der Lieferwagen kam laut einer weiteren Augenzeugin am Geländer der Brücke zum Stehen, anschließend sei ein Mann mit einem Messer herausgekommen und in Richtung einer nahe gelegenen Bar gerannt. Insgesamt sollen laut BBC drei Männer aus dem Wagen gesprungen sein und Passanten mit Messern attackiert haben. "Das war wie ein Amoklauf", zitierte die BBC einen Zeugen. Anschließend seien die Täter zu Bars und Restaurants in der Umgebung gelaufen und hätten gerufen: "Dies ist für Allah!"

Das Ehepaar Ben und Natalie stand vor dem Lebensmittelmarkt Borough Market nahe der Brücke: "Wir haben Leute wegrennen sehen, und dann habe ich einen rot gekleideten Mann mit einer langen Klinge - schätzungsweise 30 Zentimeter lang - gesehen, der mehrmals auf einen Mann eingestochen hat", schilderte Ben dem Sender BBC. Das Opfer sei zu Boden gesunken. "Dann haben wir drei Schüsse gehört und sind gerannt."

Ein weiterer Vorfall in Vauxhall, den die Polizei zunächst gemeldet hatte, stand den Angaben zufolge nicht im Zusammenhang mit den Angriffen auf der Brücke und am Borough Market.

Drei Krankenhäuser geschlossen, Hotel unter Polizeischutz

Nach der Terrorattacke wurden drei Krankenhäuser geschlossen - aus Sicherheitsgründen für Patienten und Personal, teilte der nationale Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) mit. Auch ein Hotel in der Nähe der London Bridge steht nach Angaben der BBC unter Polizeischutz. Dort seien Verletzte untergebracht worden, die noch selbst laufen können.

Mindestens 20 Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht. Die Verletzen wurden auf sechs Kliniken verteilt, twitterten die Rettungskräfte in der Nacht. Wie viele Menschen bei den Angriffen getötet und verletzt wurden, war aber auch in den frühen Morgenstunden noch nicht bekannt. Die Zeitung "The Sun" berichtete von sieben Todesopfern und zwei Angreifern, die von der Polizei erschossen wurden. Doch dafür gab es keine Bestätigung. Zwei Polizeiboote suchten auf der Themse nach möglichen weiteren Opfern.

Londons Bürgermeister Khan: "Gezielte und feige Attacke"

Londons Bürgermeister Sadiq Khan bezeichnete die Terrorangriffe als "gezielte und feige Attacke" auf unschuldige Londoner und Besucher. Er verurteile die Angriffe auf das Schärfste, schrieb Khan in der Nacht auf Twitter. Es gebe keine Rechtfertigung für die "barbarischen" Attacken. Khan rief alle Menschen in London auf, wachsam zu bleiben.

Trump und Macron sichern Unterstützung zu

US-Präsident Donald Trump sagte Großbritannien die Unterstützung seines Landes zu. "Was auch immer die Vereinigten Staaten tun können, um in London und im Vereinigten Königreich zu helfen, wir werden da sein - WIR SIND BEI EUCH. GOTT SCHÜTZE!", twitterte Trump.

Auch Frankreich steht nach der Terrorattacke in London nach den Worten von Staatspräsident Emmanuel Macron an der Seite Großbritanniens. Macron sprach auf Twitter von einer "neuen Tragödie". "Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien."

Erst vor wenigen Tagen hatte ein Selbstmordattentäter nach einem Konzert in Manchester 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Bei dem Terroranschlag waren mehr als 100 Personen verletzt worden.

Am 22. März war ein 52-jähriger Mann auf der Westminster-Brücke in London mit hohem Tempo in Fußgänger gefahren. Anschließend tötete er mit einem Messer einen unbewaffneten Polizisten. Bei dem Terrorangriff waren sechs Menschen ums Leben gekommen und Dutzende Menschen verletzt worden. Der Attentäter wurde erschossen.

joe/AFP/DPA

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