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Twitter-Reaktion auf U-Bahn-Streik: "Alle, die heute nach London müssen - viel Glück!"

Wenn die U-Bahnen in einer Großstadt streiken, ist das immer nervig. In einer Metropole wie London gleicht so etwas jedoch einer Apokalypse. Unter #TubeStrike machen die Londoner auf Twitter ihrem Ärger Luft. 

In London warten Passanten auf den Bus

Wegen des U-Bahnstreiks in London stiegen viele Menschen auf den Bus um

Es waren nur neun Wörter, die in London das Chaos einleiteten: "All services have now closed due to strike action", twitterte die für Verkehrsmittel zuständige Organisation Transport for London (TfL). Ein Streik von Angestellten der Londoner U-Bahn sorgt am Montag für Unterbrechungen und lange Wartezeiten für Millionen von Fahrgästen. Der 24 Stunden dauernde Streik führe zu Einschränkungen im gesamten U-Bahn-Netz der Stadt, warnte die für den öffentlichen Verkehr im Großraum der Metropole zuständige Behörde. Die meisten Stationen in der Tarifzone 1 - dem Zentrum Londons - blieben voraussichtlich geschlossen. 

Auch Verbindungen zu den wichtigsten Bahnhöfen der Stadt und dem Flughafen Heathrow seien betroffen. Der Streik begann am Sonntagabend, nachdem Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und TfL gescheitert waren.

Der Streik bedeutete für den Verkehr der Millionen-Metropole vor allem eins: Chaos. Verstopfte Straßen, überfüllte Busse und kaum ein freies Taxi - wer heute in London zur Arbeit musste, der brauchte vor allem eins: starke Nerven! Auf Twitter machen die Londoner unter #TubeStrike mit lustigen Sprüchen und witzigen Gifs ihrem Ärger Luft. 

Londoner twittern sich den Ärger von der Seele

"An alle, die heute nach London reisen müssen - ich wünsche euch alles Glück", schreibt einer. Dazu ein Video auf dem Menschenmassen die Treppe einer U-Bahnstation hoch hasten. Eine Frau schickt ein Foto von der Haltestelle Victoria Station und schreibt dazu: "Viel Glück an diejenigen, die hoffen, den Bus hier zu kriegen."

Auf Londons Straßen herrscht laut Augenzeugen Chaos: "Ich winke gerade Leuten im Bus zu, die ich gerade ZU FUß überhole", schreibt einer. Eine Frau meldet: "Ich habe eben ein Mädchen gesehen, dessen Handy heruntergefallen und kaputtgegangen ist, nur, weil es verzweifelt dem einzigen Taxi in London hinterher gerannt ist." Eine Frau hat Angst, nicht mehr heil an ihr Ziel zu kommen: "Werde ich jemals lebend aus diesem Bus rauskommen?", fragt sie besorgt. 

Wer kein Auto hat, ist auf den Bus, das Fahrrad oder seine Füße angewiesen. "Es gibt nichts Besseres, als mit einem zweistündigen Spaziergang zur Arbeit in die anstehende Woche zu starten", schreibt ein Mann.

Glücklich scheinen allein die, die an so einem Tag nicht zur Arbeit müssen. "Ich will mich bei der Londoner U-Bahn bedanken, dass sie an meinem freien Tag streiken", schreibt eine.

Eine andere überlegt, wie sie aus dem Chaos an ihrem Urlaubstag Profit schlagen kann: "Wie schnell kann ich mich als Uber-Fahrer registrieren? Hab gerade überlegt, was ich mit meinem freien Tag anfange..."

Widerum andere können kaum glauben, dass es nur weniger Menschen Bedarf, um eine Millionenmetropole lahmzulegen.

In dem Streit geht es um Schließungen von Verkaufsstellen und Personalkürzungen, wie die britische Press Association berichtet. Wie lange er noch andauert, vermag niemand zu sagen. 

jek / DPA