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Gefühlsecht: Fan weint beim Vorstellungsgespräch - und bekommt den Job

Twitter-User Boon C. bewarb sich bei Videospielentwickler "Naughty Dog". Der Mann war nicht nur aufgeregt, sondern fing vor den Vorgesetzten sogar an zu weinen. Was dann passierte, damit hätte er niemals gerechnet.

Bewerber beim Vorstellungsgespräch für einen Job

Plötzlich bricht der Bewerber beim Vorstellungsgespräch in Tränen aus

Das Gespräch verlief wohl nicht ganz wie geplant. Boon C. bewarb sich vergangene Woche bei Videospielentwickler "Naughty Dog" in Kalifornien. Mitten im Gespräch kamen ihm die Tränen, auf eine eigentlich ganz einfache Frage. 

Die Anekdote publizierte der Australier auf Twitter in 15 Kurznachrichten selbst. So schrieb er: "I had just flown halfway around the world, my first time out of Australia, and it was to interview for a job I KNEW I wouldn't get." - "Ich war das erste Mal außerhalb von Australien unterwegs zu einem Vorstellungsgespräch, bei dem ich eigentlich schon vorher wusste, ich würde es nie im Leben bekommen." Und weiter: "Ich war so aufgeregt, in dem "Naughty Dog"-Büro in LA zu sein, ich fühlte mich wie ein Kind in Disneyland. 

Gefühle zulassen, auch vor dem Chef?

Laut eigenen Angaben machte er sich vor Aufregung beinahe in die Hose und hatte er auf keine Frage eine vernünftige Antwort. "Naughty Dog"-Mitarbeiter Bruce Straley fragte ihn beispielsweise, mit wie vielen Künstlern er an seinem letzten Gaming-Projekt gearbeitet hatte. Boon stammelte nur: "Äh ...ich war der Einzige." Lachen folgte. Dann die Klischee-Vorstellungsfrage, warum er ausgerechnet bei "Naughty Dog" arbeiten wolle. Erst begann Boon C. mit Lobeshymnen auf das Unternehmen, doch dann hielt er inne und nannte den wahren Grund.

Er identifizierte sich mit Spielerfigur

"The Last of Us" ist ein Action-Adventure und Survival-Horror-Computerspiel, von "Naughty Dog" für die PlayStation 3 entwickelt. Das Spiel handelt von Joel und Ellie, die zusammen durch die postapokalyptischen USA ziehen und versuchen, zu überleben. Joels Partner heißt Bill, ein freundlicher, bärtiger Geselle. Und dieser sei die erste Figur, mit der sich Boon C. identifizieren könne. Die Homosexualität der Figur würde auf eine unaufgeregte, natürliche Art und Weise dargestellt, eben nicht klischeebehaftet. Das bedeutete Boon C. viel, er würde Bills Charakter vollends verstehen. Beim Reden über Bill brach er in Tränen aus. 

Einige Stunden saß der Mann dann in einer Bar mit dem Job in der Tasche. Seine persönliche Moral der Geschichte ist, dass man auch durch unkonventionelle Verhaltensweisen an den Job seiner Träume gelangen könne. "Glaubwürdigkeit ist das A und O. Sei offen, sei verletzlich, sei echt. Dann merken die Leute, dass du einzigartig bist." Dafür erlangte er auf Twitter viel Zuspruch.

Boon C. darf in Zukunft an den Lichteffekten von "Naughty-Dog"-Spielen arbeiten. Ob seine Tränen im Endeffekt ausschlaggebend für die Jobzusage waren oder ob es an seinen herausragenden Kompetenzen gelegen hat, ist nicht bekannt. Das Unternehmen selbst bezog keine Stellung zu diesem ungewöhnlichen Tag. 

dm