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Massenpanik bei Mekka: Mehr als 700 Tote: Zahl der Opfer bei Pilgerfahrt steigt immer weiter

Vor wenigen Tagen kippte ein Kran um, nun brach eine Massenpanik aus: Bei der muslimischen Pilgerfahrt Hadsch ist es nahe Mekka erneut zu einer Katastrophe gekommen.

Ein Retter in Mina versucht, einen Pilger wiederzubeleben

Rettungseinsatz nach dem Massengedränge: Ein Helfer versucht, einen Pilger wiederzubeleben

Bei einer Massenpanik während der muslimischen Pilgerfahrt Hadsch im nahe Mekka gelegenen Mina sind nach neuesten Angaben des saudi-arabischen Zivilschutzes 717 Menschen getötet worden. Zudem hätten 863 Personen Verletzungen erlitten. Die Opfer kämen aus unterschiedlichen Ländern. Fotos und Videos im Internet zeigen zahlreiche Tote und Verletzte, die auf der Straße liegen.

Hunderttausende Gläubige hatten sich in Mina versammelt, um am Ritual der Teufelssteinigung kurz vor dem Ende der muslimischen Pilgerfahrt Hadsch teilzunehmen. Dabei war eine Menschenmenge, die den Ort der Steinigung verlassen wollte, offenbar auf eine andere Menge aus der Gegenrichtung getroffen, was zu einer Massenpanik führte. 

Gesundheitsminister gibt Pilgern die Schuld

Die Regierung in Riad führt die Katastrophe auf fehlende Disziplin bei den Gläubigen zurück. "Wenn die Pilger die Anweisungen befolgt hätten, dann hätte man diese Art Unglück vermeiden können", sagte der Gesundheitsminister des Landes im staatlichen Fernsehen. Zahlreiche Gläubige würden sich "in Bewegung setzen, ohne die Uhrzeiten zu respektieren", die ihnen von den Verantwortlichen zur Organisation des Großereignisses vorgegeben werden. Das sei der "Hauptgrund" für das Unglück.

Der Donnerstag, an dem auch das muslimische Opferfest gefeiert wird, gilt traditionell als der gefährlichste Tag während der Hadsch, da Zehntausende Pilger auf engstem Raum ihre Rituale vollziehen wollen.

Baumaßnahmen sollten Massengedränge verhindern

In Mina hatte es nach einem schweren Unglück im Jahr 2006 mehrere Baumaßnahmen gegeben, die für einen reibungslosen Strom der Pilger sorgen und einen Massenandrang verhindern sollen. Damals waren bei einer Massenpanik 350 Menschen gestorben. Deswegen werden die Gläubigen heute so geleitet, dass sich ihre Wege nicht mehr kreuzen.

Wieso es trotzdem erneut eine Katastrophe gab, war zunächst unklar. An einer Kreuzung in Mina habe es am Donnerstagmorgen plötzlich einen Stau gegeben, erklärte die Zivilverteidigung. Dann sei eine Massenpanik ausgebrochen. Entlang dieser Route ziehen die Gläubigen am dritten Tag der Wallfahrt von ihren Schlafzelten in Richtung eines fünfstöckigen Gebäudes, wo sie Steine auf Säulen werfen, die den Teufel symbolisieren.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich bestürzt über die Katastrophe: "Ich bin erschüttert", sagte er in Berlin. "Dem saudischen Volk, allen Pilgern, die sich auf den Weg nach Mekka gemacht haben und insbesondere den Familien der Opfer, die von einem solch schrecklichen Schicksalsschlag getroffen werden, gilt mein tiefes Mitgefühl." Der SPD-Politiker will im nächsten Monat selbst nach Saudi-Arabien fahren.

Mehr als zwei Millionen Menschen auf Wallfahrt

Der Hadsch ist die fünfte der fünf Säulen des Islam. Jeder gläubige Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, soll einmal im Leben nach Mekka pilgern. Nach Angaben saudischer Medien machten sich in diesem Jahr mehr als zwei Millionen Menschen auf die Pilgerfahrt nach Mekka, darunter fast 1,4 Millionen aus anderen Ländern.

Krankenwagen im Stau

Krankenwagen transportieren die verletzten Opfer der Massenpanik und stauen sich vor dem Notfallkrankenhaus von Mina nahe Mekka

Die Pilgerfahrt war diesmal bereits im Vorfeld von einem Unglück überschattet worden: Am 11. September stürzte ein Kran in einen Innenhof der Großen Moschee in Mekka, dabei wurden 107 Menschen getötet und 400 weitere verletzt. Trotz dieser Katastrophe entschieden die Behörden, den Hadsch stattfinden zu lassen. Immer wieder kommt es in Mekka während der Pilgerfahrt zu Unglücken. Beim bislang schwersten waren im Jahr 1990 bei einem tödlichen Gedränge mehr als 1400 Menschen ums Leben gekommen.

mad/tim / DPA / Reuters / AFP
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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