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Orte werden umbenannt: Neuseeland will keinen "Nigger Hill" mehr haben

Neuseeland geht gegen diskriminierende Ortsbezeichnung vor. Regionen, die die rassistische Beleidigung "Nigger" in der Bezeichnung tragen, sollen umbenannt werden. Um auf diese Idee zu kommen, brauchte es eine Bürgerinitiative.

Eine Karte von Neuseeland

Der "Nigger Hill" und der "Nigger Stream" liegen im östlichen Teil der Südinsel Neuseelands in der Region Canterbury

Ortsnamen mit dem diskriminierenden Wort "Nigger" soll es in Neuseeland künftig nicht mehr geben. "Der Vorschlag stammt von einem Bürger, der geltend macht, dass diese Namen geschmacklos, anstößig, diskriminierend und herabwürdigend sind", teilte Wendy Shaw von der Behörde Geography Board am Freitag mit.

Aus "Nigger Hill" und "Nigger Stream" auf der Südinsel sollen "Tawhai Hill" und "Steelhead Stream" werden. Auch der "Niggerhead" soll in "Kānuka Hills" umbenannt werden. Die neuen Namen erinnern an einheimische Bäume und Fische. Wo die teils seit Ende des 19. Jahrhunderts gebräuchlichen Namen herkamen, sei nicht mehr herauszufinden gewesen, meinte Shaw. Bis Ende Januar können weitere Vorschläge zu den geplanten Umbenennungen eingereicht werden.

Weitere diskriminierend klingende Regionen stünden aktuell laut Shaw nicht zur Diskussion. So sollen die Gebiete "West Coast's Darkies Creek", "Darkies Terrace Track" und "Darkies Terrace" ihre Namen behalten. Die Titel gingen demnach auf den afro-amerikanischen Schürfer Arthur "Darkie" Addison aus den 1860er-Jahren zurück.

Änderungen auch in USA und Deutschland

Auch im US-Bundesstaat New Mexico gab es lange Zeit einen "Nigger Hill", der auch "Dead Negro Hill" genannt wurde. Im Jahr 2005 wurde dieser allerdings offiziell in "Buffalo Soldier Hill" umbenannt.

Diskriminierende Bezeichnungen in der Sprache stehen seit Jahren weltweit auf dem Prüfstand. In Deutschland ist aus "Negerkuss" für eine baiserartige Masse mit Schokoladenüberzug "Schokokuss" geworden. In Astrid Lindgrens Pippi-Langstrumpf-Büchern heißt der "Negerkönig" jetzt "Südseekönig". In den USA steht der Washingtoner Football-Club "Redskins" (Rothäute) am Pranger, widersetzt sich aber einer Umbenennung. 

fin / DPA
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