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Schweres Erdbeben im Osten der Türkei Behörden rechnen mit über 1000 Toten


Ein schweres Erdbeben hat den Osten der Türkei erschüttert. Noch ist die Lage unübersichtlich, doch die türkische Erdbebenwarte erwartet wegen der Schwere der Erdstöße mehr als 1000 Todesopfer.

Tote und Verletzte unter Trümmern, Panik auf den Straßen: Bei einem schweren Erdbeben sind am Sonntag im Osten der Türkei Dutzende Wohn- und Geschäftshäuser eingestürzt. Die Istanbuler Erdbebenwarte Kandilli erwartete mehr als 1000 Todesopfer nach dem Beben der Stärke 7,2. Das Zentrum des Bebens lag in der östlichen Provinz Van, wie Experten des Institutes im Fernsehen berichteten. Die US-Erdbebenwarte USGS nannte eine Stärke von 7,3.

Rettungskräfte gruben am Sonntag mit Schaufeln und Händen nach Überlebenden. Das Büro des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan bestätigte, dass es Tote gab, machte allerdings zunächst keine genauen Angaben. Der Krisenstab der Regierung erklärte, aus dem ganzen Land würden 500 Rettungshelfer und Notärzte in die Provinz Van geflogen.

Siebenstöckiges Gebäude eingestürzt

TV-Sender zeigten Bilder von Menschen, die in Panik auf die Straßen rannten und von eingestürzten, mehrstöckigen Gebäuden. Zwischen Schuttbergen und den auf den Straßen verteilten Trümmern hockten Verletzte. Auf Bildern von Überwachungskameras waren Bürogebäude zu sehen, in denen Möbel übereinander stürzten.

Das Zentrum des Bebens lag unter dem Dorf Tabanli in der Provinz Van. Die schwersten Schäden gab es in der Stadt Ercis, wo nach Regierungsangaben bis zu 30 Gebäude einstürzten. In der Stadt Van selbst hielten etwa 10 Gebäude der Gewalt des Bebens nicht stand. So stützte auch ein siebenstöckiges Haus ein.

Die Türkei wird immer wieder von heftigen Erdbeben heimgesucht. In der Provinz Van gab es 1976 ein Erdbeben mit fast 4000 Toten.Das Land lebt in ständiger Angst vor neuen Erdstößen durch die Reibung tektonischer Platten in der Erdkruste. Rund 92 Prozent des 780 000 Quadratkilometer großen Landes liegen auf Erdbebengürteln. Etwa 95 Prozent der Türken leben auf unsicherem Grund, auf dem auch 98 Prozent der Industrieanlagen sowie die wichtigsten Staudämme und Kraftwerke stehen. Fast die Hälfte dieser Staudämme wurde in besonders gefährdeten Gebieten gebaut.

seh/DPA/Reuters DPA Reuters

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