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Verkehrschaos und erste Schließungen Riesenandrang trotz Corona: Skigebiete in Österreich völlig überlaufen

Ausflügler sind zum Skifahren auf dem Kasberg unterwegs.
Ausflügler in Grünau im Almtal unterwegs zum Skifahren auf dem Kasberg: In Österreich sind viele Skigebiete geöffnet, allerdings praktisch nur für Einwohner
© Wolfgang Spitzbart / DPA
Während in Österreich seit Samstag die meisten Geschäfte wieder geschlossen sind, haben die Skipisten geöffnet. Und die erlebten einen solchen Ansturm, dass es zu einem Verkehrschaos kam. Sogar erste Skigebiete zogen die Notbremse und machten dicht.

Als gäbe es kein Corona: Am Wochenende kam es bei den geöffneten Skigebieten in Österreich zu einem Riesenandrang. Bei strahlendem Sonnenschein gab es teils so große Verkehrsstaus, dass einige die Notbremse zogen und den Zutritt sperrten. Das Bodental in Kärnten, das Winterwandern und Langlauf bietet, blieb nach dem Ansturm von Samstag am Sonntag geschlossen, ebenso die Rodelwiesen in Semmering rund 100 Kilometer südwestlich von Wien. Die Skigebiete Hinterstoder, Wurzeralm und Kasberg in Oberösterreich waren am Sonntagmittag voll, Autos wurden an der Taleinfahrt abgewiesen. In Damüls in Vorarlberg rund 70 Kilometer südlich von Lindau am Bodensee musste eine zu große Menschenansammlung aufgelöst werden.

Skigebiet in Österreich trotz Corona geöffnet

In Österreich sind viele Skigebiete geöffnet, allerdings praktisch nur für Einwohner. Für Anreisende aus dem Ausland gilt eine zehntägige Quarantänepflicht, was die meisten Touristen abschreckt. Zudem sind die besonders wirksamen FFP2-Masken als Mund- und Nasenschutz für alle Skifahrer über 14 Jahre vorgeschrieben, die Gondeln oder Lifte benutzen oder anstehen müssen.

Das Gedränge in Damüls entstand wegen Schneemangels in benachbarten Gebieten, teilte Andreas Gapp, Chef der Vorarlberger Seilbahnen, am Sonntag mit. "Wir haben hieraus gelernt und werden schnellstmöglich unsere Konzepte anpassen." Er zog ansonsten eine positive Bilanz der Weihnachtstage. "Die Leute tragen die FFP2 Maske, halten Abstand und akzeptieren die Gastronomieregeln", sagte er.

Polizei Steiermark twittert zum Verkehrschaos

Die Polizei Steiermark twitterte am Sonntag, dass es in Fahrtrichtung Haus, beziehungsweise Schladming derzeit aufgrund des Zustromes in die Skigebiete Stau auf allen Zufahrtsstraßen gäbe: "Ein Ausweichen ist derzeit nicht möglich, es kommt zu langen Wartezeiten."

Die Betreiber der Hinterstoder-Wurzeralm Bergbahnen posteten auf Facebook folgenden Aufruf: "Liebe Pistenfans - die Parkplätze sind bereits ausgelastet - bitte den Skitag auf Nachmittag oder einen anderen Tag verschieben!"

Erste Skigebiete machen dicht

Auch das Skigebiet Hauser Kaibling appellierte an seine Gäste: "Unsere Corona-Kapazitätsgrenze ist erreicht und daher haben wir den Hauser Kaibling für weitere Gäste geschlossen! Wir bitten um euer Verständnis, aber die Sicherheit unserer Skigäste, d.h. die Sicherheit von euch allen, hat für uns oberste Priorität!", heißt es auf der Facebook-Seite.  

Im Bodental und am Semmering waren es "massenhaft am Straßenrand parkende Fahrzeuge", die die Behörden alarmierten. Teils sei die Zufahrt von Feuerwehr- oder Rettungswagen behinderten gewesen, hieß es. Hunderte Ausflügler seien dann unterwegs und die Corona-Abstandsregeln nicht mehr zu gewährleisten gewesen. Semmering hatte am 1. Weihnachtstag noch vergeblich versucht, die Zahl der Rodler mit Absperrgittern zu begrenzen. Beide Gemeinden schlossen die Zufahrten am Sonntag ganz.

Fahrzeuge sind auf einem Parkplatz am Kasberg abgestellt
In Grünau im Almtal stehen die Autos dicht an dicht auf einem Parkplatz am Kasberg
© Wolfgang Spitzbart / DPA

Die Semmering-Hirschenkogel Bergbahnen fuhren aber weiter. Skigäste, die online gebucht hatten, konnten sie nutzen. Die Seilbahnen haben ihre maximale Gästeanzahl wegen der Corona-Abstandsregeln auf weniger als die Hälfte reduziert. 

Die Salzburger Bergwelt sei gut besucht, aber die Lage entspannt, berichtete der Sprecher der Salzburger Seilbahnen, Erich Egger. Es handele sich vor allem um Tagesausflügler. Auf der Schmittehöhe seien am Sonntag etwa 3000 Gäste gewesen, verglichen mit bis zu 16.000 Gästen am Tag in vergangenen Jahren.

jek DPA

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