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St. Petersburg: Behörden: Anschlag von Selbstmordattentäter aus Kirgistan verübt

Der Schock in St. Petersburg sitzt tief nach dem Bombenanschlag in der U-Bahn, der mindestens 14 Menschen das Leben kostete. Noch ist vieles unklar. Nun bestätigten Behörden die Identität des Täters.

Der Anschlag auf die U-Bahn in St. Petersburg ist nach Angaben der Behörden in Kirgistan von einem Selbstmordattentäter aus dem zentralasiatischen Land verübt worden. Ein Sprecher des kirgisischen Geheimdienstes sagte am Dienstag in Bischkek, das Attentat sei von dem Kirgisen Akbarschon Dschalilow verübt worden. Bei der Explosion in einer U-Bahn in St. Petersburg waren am Montag mindestens 14 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Zunächst hatte es geheißen, dass der Anschlag nicht von einem Selbstmordattentäter verübt worden sei.

Nach dem Anschlag sind die Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt massiv verstärkt worden. Alle Zugänge zu den U-Bahnen würden zusätzlich bewacht, teilte der Metro-Betreiber mit. Zudem würden Busse und Straßenbahnen stärker überprüft. Auch in der Hauptstadt Moskau patrouillieren zahlreiche Polizisten an den Flughäfen, Bahnhöfen und in den Metro-Stationen.

Nach Angaben des Inlandsgeheimdienstes FSB hatte sich die Explosion am Montag gegen 14.40 Uhr Ortszeit (13.40 Uhr MESZ) in einer Metro ereignet, die gerade zwischen den Stationen Sennaja Ploschtschad und Technologisches Institut im Zentrum von St. Petersburg unterwegs war. Kurz darauf wurde ein selbstgebauter Sprengsatz in der U-Bahnstation am Wosstanija-Platz in der Petersburger Innenstadt "gefunden und rechtzeitig entschärft", wie die russischen Anti-Terror-Behörden mitteilten. Laut russischen Behörden starben elf Menschen bei dem Anschlag. 45 Verletzte seien im Krankenhaus.

Es war ein 23-jähriger Selbstmordattentäter

Das staatliche Ermittlungskomitee geht von einem Terroranschlag aus. Die Suche nach den Tätern läuft inzwischen auf Hochtouren. Die staatliche Agentur Tass zitierte eine Quelle, nach der ein Mann und eine junge Frau aus Zentralasien in die Tat involviert sein könnten. Die Behörden hatten am Montag nach zwei Verdächtigen gesucht, die auf Bildern von Überwachungskameras entdeckt wurden.

Die Metrostation "Sennaya ploshchad" in Sankt Petersburg

Die Metrostation "Sennaya ploshchad". Die Explosion ereignete sich zwischen den Stationen Sennaja Ploschtschad und Technologisches Institut im Zentrum von St. Petersburg.

Präsident Wladimir Putin, der am Abend rote Rosen am Eingang der Metrostation Technisches Institut ablegte, sei über alle Entwicklungen informiert, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die Theorie über einen Selbstmordattentäter kommentierte er nicht.

U-Bahnen in St. Petersburg fahren wieder

Die Stadtverwaltung von St. Petersburg rief eine dreitägige Trauer aus. Zahlreiche Menschen stellten vor den Zugängen der U-Bahn-Stationen und in Moskau in der Nähe der Kremlmauer Kerzen auf und legten Blumen für die Opfer nieder.

Wenige Stunden nach dem Anschlag nahmen die U-Bahnen ihren Betrieb wieder auf. Die Metro der Linie 2, auf der es zu der Explosion kam, werde zunächst jedoch nur einige Stationen anfahren, teilte der U-Bahn-Betreiber der Agentur Interfax zufolge mit. Für weitere Ermittlungen bleibe auch eine zweite U-Bahn-Station gesperrt.

Putin war am Montag anlässlich einer Konferenz und eines Treffens mit dem weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko in St. Petersburg, hielt sich aber nach Angaben seines Sprechers im Vorort Strelna auf.

In der Vergangenheit hatte es mehrere Anschläge auf die U-Bahn in der russischen Hauptstadt Moskau mit zahlreichen Toten gegeben. Die meisten davon wurden in Verbindung mit islamistischen Terroristen aus Tschetschenien gebracht. In St. Petersburg hatte es bislang keine Anschläge mit Toten gegeben.

St. Petersburg: Augenzeugenvideos zeigen Chaos nach Explosion in U-Bahn
mad / DPA / AFP
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