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Trauer in Chile Berühmter TV-Moderator stürzt mit Flugzeug ab


Vor der Insel Robinson Crusoe ist eine Propellermaschine in den Pazifik abgestürzt. An Bord war der populärste Moderator Chiles mit einem Filmteam. Die Behörden gehen von insgesamt 21 Toten aus. Inzwischen ziehen Fischer Leichenteile aus dem Wasser.

Nach dem Absturz eines chilenischen Militärflugzeugs mit 21 Menschen an Bord sind am Samstag die ersten Todesopfer geborgen worden. Die Propellermaschine ist am Freitag über dem Pazifik abgestürzt. Bis zum Samstagmorgen (Ortszeit) wurden in den Gewässern um das Juan-Fernández-Archipel drei tote Insassen geborgen. Der Pilot hatte zweimal vergeblich versucht, bei starkem Wind auf dem Flughafen der Insel Robinson Crusoe im Südpazifik zu landen. Dann brach der Funkkontakt ab. Robinson Crusoe liegt rund 670 Kilometer vor der chilenischen Küste.

"Wir sind überzeugt, dass das Flugzeug verunglückt ist", sagte Luftwaffengeneral Maximiliano Larraechea, der die Bergungsaktion leitete. Die Leichname von zwei Frauen und einem Mann seien von Fischerbooten gefunden worden. Es sei auch das Signal einer Alarmboje der zweimotorigen CASA C-212 empfangen worden. Etwa 2000 Meter von der Landebahn entfernt wurde eine Flugzeugtür im Wasser schwimmend gefunden. Zunächst gab es keine Hinweise auf Überlebende. Die Küstengewässer sind am vermuteten Unfallort zwischen 50 und 100 Meter tief.

Eine Fregatte der chilenischen Kriegsmarine und mehrere Flugzeuge nahmen an der Suche teil. Unter den 18 Passagieren war eine Crew des chilenischen Fernsehens TVN. Sie hatte eine Reportage über die Wiederaufbauarbeiten nach dem Erdbeben 2010 auf den Inseln drehen wollen - unter Leitung von Felipe Camiroaga, dem populärsten Fernsehmoderator Chiles. In dem Flugzeug saß auch der Unternehmer Felipe Cubillos, Sohn eines ehemaligen Außenministers des Diktators Augusto Pinochet und Schwager des Verteidigungsministers Andrés Allamand.

Auf der damals einsamen Insel verweilte Anfang des 18. Jahrhunderts der schottische Seemann Alexander Selkirk, der Daniel Defoe zu seinem Roman "Robinson Crusoe" anregte - nach dem später die Insel benannt wurde.

Wegen des Unglücks wurde die erneute Beisetzung der sterblichen Überreste des ehemaligen Präsidenten Salvador Allende vertagt. Sie hätte - nach einer Obduktion zur Feststellung seiner Todesursache - am Sonntag in Santiago de Chile stattfinden sollen.

kmi/DPA DPA

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