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Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko: US-Küstenwache will Ölteppich verbrennen

Die USA stehen unmittelbar vor einer der schlimmsten Umweltkatastrophen ihrer Geschichte. Die Bohrlöcher, aus denen nach dem Untergang der Öl-Plattform "Deepwater Horizon" ständig Öl austritt, konnten bisher nicht geschlossen werden. Möglicherweise kann nur ein kontrollierter Brand helfen.

Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko erwägen die US-Behörden nach eigenen Angaben, den Ölteppich im Meer kontrolliert zu verbrennen. Bislang seien alle Versuche, mit Unterwasserrobotern die Lecks auf der gesunkenen Bohrinsel zu stopfen, gescheitert, sagte eine Sprecherin der US-Küstenwache zur Begründung. Die Rettungskräfte hatten am Dienstag zudem mit dem Bau einer riesigen Schutzglocke zur Abdeckung der gesunkenen Bohrinsel begonnen, die verhindern soll, dass sich der Ölteppich weiter ausbreitet. Er bedroht die Küsten der US-Bundesstaaten Louisiana, Alabama und Mississippi und ihre Ökosysteme.

Sollte es nicht gelingen, die Bohrlöcher zu stopfen, könne sich dies zu einer der "bedeutendsten Ölkatastrophen der US-Geschichte" ausweiten, sagte die Sprecherin. Sie war zuvor gebeten worden, die möglichen Folgen des Untergang der Bohrinsel mit dem Untergang des Öltankers Exxon Valdez 1989 zu vergleichen. Damals hatten rund 50.000 Tonnen Öl die Küste im Süden Alaskas auf einer Länge von fast 2000 Kilometern verseucht. Es war die schlimmste Ölpest in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Ölteppich hat die Größe des Staats Virginia

Der Ölteppich hat derzeit mit einen Umfang von 970 Kilometern und wird nach Berechnungen der Küstenwache am Wochenende das Festland erreichen. Der Ölfilm bedeckt ein mehr als 74.000 Quadratkilometer großes Gebiet und ist damit etwas größer als der US-Bundesstaat West-Virginia. Bedroht scheint im Moment vor allem die Küste des Bundesstaates Louisiana. Die Küstenwache hat acht Unterwasserroboter im Einsatz, um das Leck zu stopfen, aus dem täglich gut 190.000 Liter Rohöl ins Meer entweichen. Bisher vergeblich.

Auf der Plattform "Deepwater Horizon", die dem Unternehmen Transocean gehört und von BP betrieben wird, hatte sich vor gut einer Woche eine gewaltige Explosion ereignet. Zwei Tage später sank die Bohrinsel, elf Arbeiter gelten weiterhin als verschollen. Hoffnung, sie noch lebend zu finden, bestand praktisch nicht mehr. Die Suche wurde inzwischen eingestellt.

AFP/Reuters/dho / Reuters
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