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Unglück in Uganda: Schlammlawine überrollt Dorf

Ungewöhnlich heftige Regenfälle haben im Osten Ugandas eine Serie von Erdrutschen ausgelöst, die drei Dörfer unter sich begraben hat. Die Rede ist von mehr als 80 Toten, 400 Menschen werden noch vermisst. Die Hoffnung auf Überlebende sinkt stündlich.

Eine Serie von Erdrutschen nach heftigen Regenfällen hat in Uganda mindestens 80 Menschen das Leben gekostet. Mehr als 400 Bewohner der Bergregion Bududa, 275 Kilometer östlich der Hauptstadt Kampala, werden noch vermisst, wie ein Behördensprecher am Dienstag mitteilte. Die Menschen wurden in der Nacht von den Erdrutschen überrascht, die in drei entlegenen Dörfern Häuser, Geschäfte und mindestens eine Schule unter sich begruben.

"Alle Häuser sind zerstört", sagte der Bezirksdirektor Wilson Watira in einem Telefongespräch aus der Katastrophenregion. "Die Lage ist schrecklich. Wir versuchen, die Leute zu retten, aber wir haben keine Geräte, um Verschüttete zu bergen." Unter den noch vermissten Dorfbewohnern seien mindestens 50 Kinder, die vor den schweren Regenfällen Zuflucht in einer Gesundheitsstation gesucht hatten. Das Gebäude sei aber völlig zerstört und war am Abend unzugänglich. "Bisher konnten nur 14 Menschen lebend geborgen werden", sagte Watira zu dem verzweifelten Einsatz der Bergungsteams.

"Plötzlich stürzte die Kirche ein"

Die ugandische Regierung schickte Truppen in das Katastrophengebiet, um die Rettungsarbeiten zu unterstützen und bei der Bergung der Toten zu helfen. In Uganda und auch im benachbarten Kenia hatte es in den vergangenen zwei Monaten immer wieder über längere Zeiträume hinweg stark geregnet, was für die Jahreszeit ungewöhnlich ist.

Ein Überlebender sagte, er habe zum Zeitpunkt des Unglücks einen Gottesdienst besucht. "Plötzlich stürzte die Kirche ein", sagte der 20-Jährige. "Alles war von Schlamm bedeckt. Fünf Leute, die neben mir saßen, starben. Ich habe nur überlebt, weil mein Kopf über dem Schlamm war."

Ein anderer Überlebender erklärte, er sei auf einem Berg von dem Erdrutsch überrascht worden. "Ich habe ein lautes Krachen gehört, dann haben wir Rauch gesehen und dann den Erdrutsch. Wir sind weggelaufen und haben viele Menschen und Tiere zurückgelassen. Als wir zurückkamen, waren die meisten von unseren Leuten weg."

APN/DPA/Reuters / DPA / Reuters
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