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Vermisster Malaysia-Airlines-Jet: Hinweise auf gezielten Flug Richtung Westen

Nach der verschwundenen Malaysia-Airlines-Boeing wird jetzt auch im Indischen Ozean gesucht. Auch die US-Regierung hat Belege für einen stundenlangen Flug der Maschine.

Das seit fast einer Woche vermisste malaysische Flugzeug ist Insidern zufolge gezielt Richtung Westen geflogen. Darauf deuteten Daten der malaysischen Streitkräfte hin, sagten mehrere mit den Ermittlungen vertraute Personen am Freitag.

Eine Maschine, bei der es sich um Flug MH370 von Malaysia Airlines handeln solle, sei zwischen Luftfahrt-Wegemarken über dem Andamanischen Meer westlich von Malaysia aufgetaucht. Die Punkte würden von Verkehrsflugzeugen auf dem Weg in den Nahen Osten oder nach Europa genutzt. Das sei ein Hinweis, dass die Boeing 777 bewusst in das Gebiet gesteuert worden sei. Die Ermittlungen konzentrierten sich nun auf Sabotage oder eine Entführung.

Die US-Regierung teilte zudem mit, dass Satelliten am frühen Samstagmorgen - mehrere Stunden nach Verschwinden der Maschine von den Radarschirmen - ein Signal von den Triebwerken registrierten. Sollte die Boeing tatsächlich noch stundenlang in der Luft geblieben sein, wäre es möglich, dass sie deutlich außerhalb des vietnamesischen Luftraums niederging. Vietnam hat nun die Suche nach der Boeing zurückgefahren. Die Suchoperation werde nicht länger als "dringend" eingestuft, sagte der Sprecher des Rettungskomitees am Freitag.

Indien und USA suchen jetzt im Indischen Ozean

Die Erkenntnisse stützen die bisher von Malaysia dementierte Theorie, dass die Maschine Hunderte Kilometer von ihrem Kurs abwich und Richtung Indischer Ozean flog. Indien hat drei Schiffe und drei Flugzeuge oder Hubschrauber in die Region zwischen Thailand und den Andamanen-Inseln geschickt, wie ein Regierungsbeamter am Freitag in Neu Delhi sagte.

Nach Informationen des US-Senders CNN haben die USA ihren Zerstörer "USS Kidd" vom Südchinesischen Meer, wo zunächst die Absturzstelle der Maschine vermutet wurde, in den Indischen Ozean verlegt. In einer beispiellosen internationalen Suchaktion sind Dutzende Flugzeuge und Schiffe seit vergangenem Samstag im Einsatz, um das Malaysia-Airlines-Flugzeug zu finden. Die Boeing 777-200 mit 239 Menschen an Bord scheint spurlos verschwunden.

"Wall Street Journal" bleibt bei Langflug-Theorie

Auch das "Wall Street Journal" untermauerte seine vom malaysischen Verkehrsminister dementierten Recherchen, dass die Maschine noch Stunden nach der letzten Radarerkennung Signale sandte. Das Blatt korrigierte lediglich erste Angaben, dass die Signale von den Rolls Royce-Triebwerken stammten. Vielmehr hätten malaysische Satelliten die "Pings" aufgefangen, berichtete die Zeitung am Freitag unter Berufung auf Ermittler. Das bedeute, dass die Maschine Stunden nach dem Verschwinden noch intakt war. Der Verkehrsminister sagte hingegen, dass es solche Signale nicht gegeben habe. Boeing wollte sich auf die Nachfrage der Zeitung nicht äußern, wie das Blatt schreibt.

Berichte über "Ereignis" im Meer

Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hingegen nährte am Freitag ursprüngliche Vermutungen, dass das Flugzeug doch zwischen Malaysia und Vietnam ins Meer stürzte. Chinesische Forscher hätten ein "Ereignis" am Meeresboden gemessen und dies als eine mögliche Spur zu der Boeing gewertet. Dieses nicht näher beschriebene "Ereignis" sei eineinhalb Stunden nach dem letzten Kontakt zu der Maschine registriert worden.

awö/kng/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters