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Versorgung durch die Luft Hoffnung für im ewigen Eis festsitzende Seeleute

Während die Welt sich in diesen Tagen daran erinnert, dass Roald Amundsen vor 100 Jahren als erster Mensch den Südpol erreichte, kämpfen aktuell 32 Seeleute in der Antarktis um ihr Überleben. Ein Fischtrawler sitzt im ewigen Eis fest. Durch ein Leck dringt stetig Wasser ein.

Ein vor Tagen in der Antarktis mit einem Eisberg kollidierter russischer Fischtrawler mit 32 Mann an Bord soll aus der Luft versorgt werden. Während die Crew der "Sparta" weiter versucht, das in den Trawler eindringende Wasser hinauszupumpen, will das neuseeländische Militär eine Pumpe und weitere Güter an der Unglücksstelle abwerfen, teilte das Seenotrettungszentrum (RCCNZ) in Avalon bei Wellington am Samstag mit. Der Flug von Christchurch aus dauere mindestens sieben Stunden.

Der Trawler liegt 3700 Kilometer südöstlich des neuseeländischen Festlandes. Drei Schiffe versuchen, das verunglückte Schiff zu erreichen, darunter die norwegische "Sel Jevaer". Sie war nur rund 35 Kilometer entfernt, doch hinderte das Eis und schwerer Seegang sie am Vorankommen. Ein Aufklärungsflugzeug der amerikanischen Antarktisstation McMurdo hatte das Schiff am Freitag in unmittelbarer Nähe des Schelfeises und umgeben von Eisschollen fotografiert. Retten konnte die Flugzeugbesatzung die Seeleute nicht. Das Meer ist zu dieser Jahreszeit unberechenbar. Weil es wärmer wird, schmilzt mehr Eis und Eisschollen geraten in Bewegung.

Seeleute wollen Leck abdichten

Das Militär will nach Angaben des Rettungszentrums mit einem Hercules C130-Frachtflugzeug zur Unglücksstelle fliegen. Die Maschine müsste dann auf der McMurdo-Station auftanken, ehe sie zurückfliegen kann.

Die "Sparta" braucht weitere Pumpen und Kraftstoff. Die Crew hatte das Schiff über Nacht einigermaßen stabilisiert, teilten die Neuseeländer mit. Sie verschoben die Fracht und wollten versuchen, den Rumpf so weit über die Wasseroberfläche zu bekommen, dass sie das Leck reparieren können. "Sie haben gute Fortschritte gemacht. Das Schiff ist sicherlich heute in stabilerer Lage als gestern", sagte die Rettungskoordinatorin Chris Wilson.

Offenbar mit Eisberg kollidiert

Die "Sparta" hat in den eisigen Gewässern der Antarktis unweit vom Schelfeis wahrscheinlich einen Eisberg gerammt. Sie schlug leck und geriet in Seenot. Die Besatzung aus 16 Indonesiern, 15 Russen und einem Ukrainer ist derzeit wohl in Sicherheit. Während ein Teil der Besatzung rund um die Uhr Wasser aus dem Rumpf pumpe, seien einige Seeleute in die Rettungsboote gestiegen, um das Gewicht des Trawlers zu reduzieren. An Bord seien auch Schutzanzüge, die das Überleben in den unwirtlichen Temperaturen für eine gewisse Zeit ermöglichten.

dho/DPA/AFP DPA

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