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Bauwerk in England: Wer hat Stonehenge erbaut? Forscher wollen es herausgefunden haben

Forscher aus London haben neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wer die Vorfahren der Stonehenge-Erbauer waren. Sie gehen davon aus, dass jene Bevölkerungsgruppe einst aus Südwesteuropa nach Großbritannien gekommen ist.

Stonehenge ist seit 1986 Weltkulturerbe der Unesco

Stonehenge ist seit 1986 Weltkulturerbe der Unesco

AFP

Das Weltkulturerbe Stonehenge ist ein Ort, um den sich bis heute unterschiedlichste Theorien ranken. Wer erbaute die Steinkreise? Wie alt sind sie? Und welchem Zweck diente das Bauwerk? Forscher in London haben nun neue Erkenntnisse veröffentlicht, die Rückschlüsse auf die Erbauer des Monuments zulassen. Das Bauwerk – davon geht die Wissenschaft aktuell aus – wurde in seiner Urform bereits 3100 vor Christus in der Nähe von Amesbury, Wiltshire erbaut, etwa 13 Kilometer nördlich der englischen Stadt Salisbury, und im Verlauf der folgenden Jahrhunderte erweitert.

Die Forscher verglichen in ihren Untersuchungen die DNA der sogenannten neolithischen Bewohner Großbritanniens mit derer anderer Menschen, die zu jener Zeit die Region bevölkerten. Neolithikum ist der aus dem Griechischen stammende Fachbegriff für die Jung- beziehungsweise Neusteinzeit. Die Forscher glauben anhand ihrer Erkenntnisse belegen zu können, dass die Vorfahren der Stonehenge-Erbauer jene neolithische Briten waren, die Großbritannien ungefähr im Jahr 4000 vor Christus erreicht haben sollen. Sie reisten aus der heutigen Türkei in Richtung Iberischer Halbinsel, hielten sich einige Zeit im heutigen Spanien und Portugal auf, ehe sie über Frankreich gen Norden marschierten und so Großbritannien erreichten. Das berichtet die "BBC" unter Berufung auf eine Studie in der Zeitschrift "Nature Ecology & Evolution".

Vorfahren der Stonehenge-Erbauer stammen wohl aus dem Südwesten Europas

Jene Einwohner waren es, die einst die Landwirtschaft nach Großbritannien brachten. Bis dahin lebten dort in erster Linie Jäger und Sammler, die zur Zeit der Erbauung von Stonehenge ebenfalls dort gewohnt haben sollen. Jedoch: Von ihnen konnte keinerlei DNA nachgewiesen werden. Die Jäger und Sammler wurden nach und nach von den Einwanderern vertrieben - wobei sich die DNA der beiden Bevölkerungsgruppen kaum vermischt hat. Über die Gründe für diese Tatsache können die Forscher selbst nur Mutmaßungen anstellen, schließen aber daraus, dass die Vorfahren der Stonehenge-Erbauer Immigranten aus dem Südwesten Europas gewesen sein müssen.

Die Zeit jener ersten Farmer endete in jener Region Großbritanniens übrigens mit der Jungsteinzeit. Dann starben auch sie nach und nach aus und wurden durch eine andere Generation von Einwanderern, die vom europäischen Festland nach Großbritannien kam, ersetzt - Historiker sprechen hier vom Beginn der Glockenbecherkultur.

Quellen: "BBC"; "stonehenge.co.uk"; "nature.com"

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Weggabelung zwischen einer Servicestation des 21. Jahrhunderts und der Sehenswürdigkeit aus der Jungsteinzeit

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vit