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Wetter in Deutschland: "Flinkes" Sturmtief, das nicht unterschätzt werden sollte: Sehen Sie, wo "Mortimer" gerade bläst

Tief "Mortimer" ist in der Nacht über Teile Deutschlands gezogen. Größere Schäden blieben zunächst aus. Vorüber ist der Sturm aber noch nicht. Sehen Sie die Wetterlage live.

Wetter Mortimer

Sturmtief "Mortimer" hat im Norden bereits für Beeinträchtigungen im Zugverkehr geführt

Das Tief "Mortimer" hat in der Nacht zu Montag nur geringfügigen Schaden angerichtet. Die Lagezentren der Polizei in allen 16 Bundesländern berichteten in der Nacht hauptsächlich von umgekippten Bäumen und abgebrochenen Ästen. Größere Schäden blieben vorerst aus. Meldungen von Verletzten gab es den Angaben zufolge am frühen Morgen keine. Das Sturmtief hat am Montagmorgen den Bahnverkehr in Norddeutschland massiv beeinträchtigt. Vor allem wegen umgestürzter Bäume waren mehrere Strecken gesperrt, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Betroffen waren demnach unter anderem die Verbindungen zwischen Hamburg und Berlin, Hamburg und Hannover sowie zwischen Bremen und Hannover. Fernverkehrszüge blieben in den Bahnhöfen stehen.

Sehen Sie, wo "Mortimer" gerade bläst

Die untenstehende interaktive Karte zeigt, wo es gerade besonders stürmisch ist. Darüber hinaus kann man über den Zeitstrahl unten in der Grafik auch die Vorhersage für einen späteren Zeitpunkt abrufen. Oben rechts kann die dargestellte Ebene auch auf beispielsweise Regen oder Schnee umgestellt werden. 

Bereitgestellt wird der Service von Windy.com. Die Macher nutzen für ihre Darstellungen und Vorhersagen das Modell vom "Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage". Aktuelle Warnungen zur Unwetterlage gibt es auch beim Deutschen Wetterdienst

Eine spektakuläre Rettungsaktion erlebten hingegen Hunderte Schafe auf einer Weide in Dortmund. Starke Regenfälle hatten die Weide mit rund 300 Tieren geflutet. Die Feuerwehr habe ein Rettungsboot eingesetzt und Stege gebaut, um die Tiere vor dem Ertrinken zu retten, sagte ein Sprecher der Einsatzkräfte am frühen Montagmorgen. Bis 2 Uhr waren den Angaben zufolge 200 Tiere von der Weide geholt worden. Die Wiese stand nach Angaben eines dpa-Fotografen anderthalb bis zwei Meter unter Wasser. Mehrere Tiere, darunter auch Lämmer, seien in den Wassermassen verendet. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit 120 Einsatzkräften vor Ort.

Warnung: Nicht im Harz wandern

Im Saarland waren bis 2.20 Uhr rund 50 Notrufe wegen umgekippter Bäume oder Bauzäune eingegangen. Ein Baum sei auf ein geparktes Auto gefallen. Aus Bremen meldete eine Sprecherin "außer viel Regen nichts".

Am späten Abend und in der ersten Nachthälfte sollte der Schwerpunkt des Sturms laut Deutschem Wetterdienst (DWD) auf dem Westen und der Südhälfte Deutschlands liegen. Der Vorhersage zufolge sollten sich die stärksten Böen über den Norden in den Nordosten und Osten Deutschlands verlagern, wo sie bis zum Nachmittag anhalten sollen. Im Norden und Nordosten bestehe Unwettergefahr durch einzelne orkanartige Böen. Vereinzelt könne es zu kurzen Gewittern kommen. Mit dem Abzug von "Mortimer" nach Osten schwäche sich der Wind von Westen her rasch ab. Dort werde bereits am Montagvormittag kaum noch etwas vom Sturm zu spüren sein.

Die Verwaltung des Nationalparks Harz hat am Montag wegen des Sturmtiefs "Mortimer" vor dem Betreten der Wälder in dem Mittelgebirge gewarnt. Es könnten jederzeit Bäume umstürzen, wie Sprecher Friedhart Knolle am Morgen im sachsen-anhaltischen Wernigerode sagte. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig wurden am frühen Montagmorgen Windgeschwindigkeiten von knapp 145 Kilometern pro Stunde auf dem höchsten Berg des Mittelgebirges gemessen. Der Orkan auf dem Brocken soll demnach bis zum Mittag dauern.

DWD: "Mortimer" sollte nicht unterschätzt werden

Der Deutsche Wetterdienst hatte das Tief "Mortimer" als ein kleines Tief, "das recht flink unterwegs ist und nicht unterschätzt werden sollte", angekündigt. 

Gefahrenpotenzial sah der DWD unter anderem, weil die Bäume noch voll belaubt seien und dem Wind damit eine große Angriffsfläche böten, so dass sie auch bei nicht ganz so hohen Windstärken umstürzen könnten.

rös / DPA