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Schwarzkittel außer Rand und Band: Der leise Tod – Brandenburg plant Jagd auf Wildschweine mit Pfeil und Bogen

Sie überfallen Friseure und spazieren durch Dörfer - im Süden von Berlin machen Wildschweine, was sie wollen. Das Schießen der Tiere ist an vielen Orten unmöglich. Bald aber soll Schluss sein mit dem schönen Schweineleben: Brandenburg packt Pfeil und Bogen aus.

Entspannte Schwarzkittel: In vielen Regionen fühlen sich Wildschweine in Deutschland zu Hause. Im Süden Berlins ist von einer wahren Plage die Rede.

Entspannte Schwarzkittel: In vielen Regionen fühlen sich Wildschweine in Deutschland zu Hause. Im Süden Berlins ist von einer wahren Plage die Rede.

DPA

Wer auf Youtube die Worte "Wildschwein" und "Stahnsdorf" eingibt, erhält schnell einen Eindruck davon, wie sehr das Thema Schwarzkittel die Menschen im Süden Berlins bewegt. Kein Wunder, zeigen die kurzen Filme doch ganze Gruppen von Borstentieren, die hier in Brandenburg durch Wohngebiete spazieren – erwachsene Tiere samt Frischlingen. Oder eine Friseurmeisterin erzählt, wie eines Tages plötzlich ein verletztes Wildschwein in ihren Laden stürmte und ihn ruinierte. "Im Süden Berlins haben Wildschweine die Macht übernommen", wird einer dieser Video-Beiträge übertitelt, der das schwierige Verhältnis zwischen Mensch und Schwein in dieser Gegend Brandenburgs dokumentiert.

Noch fühlen sich die Schwarzkittel hier sicher, sie finden viel zu futtern in Maisfeldern, Gärten und Mülltonnen. Und manch ein Mensch soll die Tiere sogar absichtlich anfüttern. Ideale Bedingungen, um sich ordentlich zu vermehren. "Das Thema ist ziemlich groß", umschreibt ein Sprecher des brandenburgischen Landwirtschaftsministeriums gegenüber dem stern die Lage, die manche als Wildschweinplage bezeichnen.

Jäger gibt es hier natürlich auch – aber das Schießen der Tiere ist oft nicht möglich. Denn die Gegend ist eine Mischung aus Wäldern und dicht besiedelten Wohngebieten, Waldstücke und Straßenzüge gehen quasi ineinander über. Deshalb ist es hier an vielen Orten viel zu gefährlich, mit dem Gewehr auf die Jagd zu gehen. Die Gefahr von Querschlägern und Jagdunfällen ist groß.

Wildschweine kann man nicht überall mit Gewehren schießen

Deshalb prescht Brandenburg jetzt vor und will hier am südwestlichen Stadtrand von Berlin, in den zwei Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow, die Jagd auf Wildschweine mit Pfeil und Bogen per Ausnahmegenehmigung erlauben. Diese Jagdmethode, die sonst überall aus Tierschutzgründen in Deutschland seit 1976 verboten ist, birgt aus Sicht der Befürworter einen klaren Vorteil: Querschläger wie bei Gewehrschüssen sind so gut wie ausgeschlossen, und die Jagdmethode wird nicht durch laute Ballerei begleitet. Der leise Tod für Wildschweine.

Das ist ein echtes Hauptstadt-Schwein: Ein Schwarzkittel sucht in Berlin-Tegel nach Futter.

Das ist ein echtes Hauptstadt-Schwein: Ein Schwarzkittel sucht in Berlin-Tegel nach Futter.

DPA

Angestoßen hat die Debatte um die Jagd mit Pfeil und Bogen der Jagdpächter von Stahnsdorf und Kleinmachnow, also der Mann, der auch sonst für die Jagd in diesem Gebiet zuständig ist. Peter Hemmerden, der in den vergangenen Wochen immer wieder ein Thema in der örtlichen Presse mit seinem Hightech-Jagdbogen war, hat den Antrag für die Ausnahmegenehmigung gestellt. Das Ministerium hat inzwischen die Erlaubnis zur Jagd mit Pfeil und Bogen erteilt – ab diesem Juni für einen begrenzten Zeitraum bis zum kommenden Januar.

Doch noch kann Jäger Hemmerden seinen Bogen nicht spannen. Damit diese spezielle "Jagdsaison" starten kann, muss das Landwirtschaftsministerium noch ein Institut küren, das die Jagd mit Pfeil und Bogen wissenschaftlich begleitet und dazu eine Untersuchung erstellt, erläutert der Ministeriumssprecher. Ein solches Institut mit Expertise für Wildökologie solle die Pfeil- und Bogenjagd beurteilen und in den sechs Monaten herausfinden, ob die Methode den Wildschweinbestand überhaupt reduzieren kann, ob sie tierschutzegerecht  ist - und wie die Bevölkerung diese Jagd sieht. Die Ausschreibung für einen solchen wissenschaftlichen Partner sei raus, sagt der Sprecher. Er ist sich sicher: Ab Juni werden die Wildschweine von Stahnsdorf und Kleinmachnow mit Pfeil und Bogen bejagt. Zusätzlich soll es aber weiter, wo möglich, die Jagd mit Gewehren und Fallen geben.

Zehn bis 20 Tiere sollen mit Pfeil und Bogen geschossen werden

Wie vielen Tiere es mit dieser altertümlich anmutenden Jagd-Methode à la Robin Hood an den Kragen gehen wird, ist unklar. In einem Artikel der "Lausitzer Rundschau" vergangene Woche schätzte Jäger Hemmerden, dass er in seinem Revier pro Jahr zehn bis 20 Schweine mit Pfeil und Bogen erlegen könne.

Je näher der Starttermin der Pfeil- und Bogenjagd rückt, desto heftiger wird aber auch die Diskussion darüber. Die "Märkische Oderzeitung" zitiert Bogenschütze Hemmerden mit den Worten, er habe den Wirbel um diese Art der Jagd unterschätzt. Den Schriftzug "Pfeil und Bogen ist verlogen" schmierten jüngst Unbekannte an die Fassade des Stahnsdorfer Rathauses, und Tage später wurde sogar ein Hochsitz angezündet.

Der Landestierschutzverband Brandenburg hatte zuvor die Jagdmethode als "urzeitliche, verbotene Methode jenseits des Tierschutzes" kritisiert. Die Gegner fürchten, dass die Jagd mit Pfeil und Bogen ungenau ist, und die Tiere zunächst nur verletzt werden und dann qualvoll an ihren Wunden sterben. Auch die Bundesregierung lehnt laut Medienberichten diese Jagd bislang aus Tierschutzgründen ab.

Jäger Hemmerden hielt jüngst in der "Lausitzer Rundschau" dagegen: "Schlecht schießen kann man auf beide Arten." Wer das Bogenschießen beherrsche, treffe innere Organe und Blutgefäße. "Der Pfeil bleibt nicht stecken, sondern durchschlägt das Tier. Nach zehn bis 20 Sekunden ist das Schwein tot. Das ist tierschutzgerecht", so der Jäger, der auf diese Weise, so berichten es mehrere Medien, in Namibia eine Oryx-Antilope erlegt hat. Jagdtourismus entfacht in sozialen Medien immer wieder Shitstorms. Auch deshalb ist Hemmerden vielen Tierschützern vielleicht suspekt.

Was die Präzision der Jagd angeht, hat allerdings auch der Sprecher des brandenburgischen Landwirtschaftsministeriums keine Zweifel: "Ich kann mit einer Schusswaffe daneben schießen, ich kann mit Pfeil und Bogen danebenschießen", sagt er. Man müsse mit Pfeil und Bogen sehr nah rangehen an das Tier – maximaler Abstand sei 25 Meter. Anders als in Deutschland werde beispielsweise in Spanien, Dänemark oder Ungarn sehr wohl mit Pfeil und Bogen gejagt. "Wir sprechen über eine europaweit erprobte Jagdmethode“.

Strömen jetzt die Jagdtouristen nach Brandenburg?

Befürchtungen, wonach demnächst ganze Horden von "Hobby-Robin-Hoods" nach Brandenburg reisen und ihre Pfeile durch Dörfer und Wälder schießen, sind laut dem Ministeriums-Sprecher unberechtigt. Es könne hier gar keinen "Jagdtourismus" geben. Denn in der Genehmigung würden die Namen genau der Jäger stehen, die die Tiere mit Pfeil und Bogen erlegen dürfen. "Das werden etwa ein bis drei Leute sein", so der Sprecher. Und andere dürften es eben nicht.

In Stahnsdorf und Kleinmachnow soll die Jagd auf Wildschweine mit Pfeil und Bogen erlaubt werden

In Stahnsdorf und Kleinmachnow soll die Jagd auf Wildschweine mit Pfeil und Bogen erlaubt werden

Zu dieser kleinen Gruppe der Bogenschützen von Stahnsdorf und Kleinmachnow wird aller Voraussicht nach auch Jagdpächter Hemmerden zählen, der die nötige Zusatzqualifikation absolviert hat, die man für diese Jagd braucht. Und er besitzt eine Spezialausrüstung, die laut mehreren Medien 2500 Euro gekostet hat und eher an olympiareifes Hightech erinnert als an Robin Hoods Flitzebogen. Sein sogenannter Compound-Bogen hat ein Laservisier mit integriertem Entfernungsmesser, geschossen wird mit superscharfen Carbon-Pfeilen.

Es sieht also so aus, als werde es ungemütlich für die Wildschweine im Süden von Berlin – und auch das Angebot an Youtube-Clips mit Schwarzkitteln in Stahnsdorf und Kleinmachnow wird künftig vielleicht nicht mehr so wachsen wie bisher.

Quellen: "Lausitzer Rundschau", "Märkische Oderzeitung", "RBB"

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(