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Unwetter in Deutschland Vier Tote bei Hochwasser in Bayern - Ausnahmezustand in NRW

Auto liegt im Hochwasser auf dem Dach
Unwetterchaos: Nach schweren Regenfällen liegt dieses Auto in Simbach im Hochwasser auf dem Dach
© Sven Hoppe/DPA
Die schweren Überschwemmungen in Niederbayern haben mindestens vier Menschen das Leben gekostet. Heftige Unwetter haben inzwischen auch den Westen des Landes erreicht - und richten dort Chaos an. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

Die Überschwemmungen in Niederbayern haben mindestens vier Menschen das Leben gekostet. Taucher entdeckten in einem Haus in Simbach am Inn drei Leichen, wie die Behörden mitteilten. In Julbach, das ebenfalls im Landkreis Rottal-Inn liegt, wurde eine Tote Frau aus einem Bach geborgen. Ein Polizeisprecher sagte, dass es "noch einige Vermisste" gebe.

Simbach am Inn gehört zu den Orten im Landkreis Rottal-Inn, die am Mittwoch am stärksten von dem Blitzhochwasser heimgesucht wurden. Nachdem sich am Mittwochabend die Lage beruhigte und das Hochwasser allmählich abfloss, begannen Polizei, Feuerwehr und Wasserwacht mit der Suche nach Menschen in den vom Wasser wieder freigegebenen Häusern.

In Nordrhein-Westfalen ging es am Abend dagegen erst so richtig los - auch hier richteten schwere Unwetter vielerorts Chaos an. Für mehrere Bundesländer gelten zudem weiterhin Warnungen vor schweren Gewittern. 

Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen:

+++ 23.47: Unwetter auch in Frankreich - tote Frau gefunden +++

Eine 86-Jährige ist nach heftigen Regenfällen tot in ihrem überschwemmten Haus in Frankreich gefunden worden. Die Feuerwehr habe ihre Leiche im Wasser treibend in dem Gebäude im Ort Souppes-sur-Loing gefunden, etwa 80 Kilometer südöstlich von Paris, wie die Zeitung "Le Parisien" berichtet. Die Präfektur spricht demnach in einer Mitteilung von einer Ertrunkenen. Aus Ermittlerkreisen heißt es jedoch, die Todesursache sei noch unklar. Eine Autopsie müsse klären, ob sie tatsächlich ertrunken oder möglicherweise schon vor dem Anstieg des Wassers gestorben sei.

Heftiger Regen in den vergangenen Tagen hatte zu schwerem Hochwasser in der Region geführt. In der Hauptstadt Paris stieg der Pegel der Seine an, die niedrig gelegenen Uferstraßen wurden teilweise gesperrt.

+++ 22.57 Uhr: Viertes Todesopfer in Bayern entdeckt +++

Bei dem Hochwasser in Niederbayern ist ein viertes Todesopfer gefunden worden. Die Leiche einer Frau wurde bei Julbach an einem Bach entdeckt, wie die Polizei berichtete.

+++ 22.46 Uhr: Schüler in Triftern doch noch nicht befreit +++

Entgegen früherer Meldungen sind in Triftern immer noch nicht alle Schüler befreit - rund 250 Kinder hatten dort den Tag in der Turnhalle ausharren müssen. Etwa 50 Kinder befinden sich auch am späten Abend noch in der Mittelschule. Sie wurden von 25 Erwachsenen betreut, wie das Landratsamt mitteilte.

+++ 22.16 Uhr: Höchste Warnstufe in Kleve und Wesel aufgehoben +++

Die Alarmstufe violett des für die Kreise Kleve und Wesel wurde inzwischen aufgehoben. Der Deutsche Wetterdienst warnt aber weiter vor starken Gewittern in NRW, Sachsen, Brandenburg und Bayern.

+++ 21.55 Uhr: Drei Tote in Simbach geborgen +++

Bei dem verheerenden Hochwasser in Niederbayern sind drei Menschen ums Leben gekommen. Die Leichen seien am Mittwochabend von Tauchern in einem überschwemmten Haus in Simbach am Inn entdeckt worden, teilten Polizei und das Landratsamt in Pfarrkirchen mit. Nähere Angaben etwa zum Alter und zum Geschlecht der Toten konnten die Behörden zunächst nicht machen. Unklar blieb zunächst auch, ob es noch weitere Vermisste in dem Landkreis gibt.

+++ 20.50 Uhr: Warnstufe violett in Kleve und Wesel +++

Im Kreis Kleve und Wesel in Nordrhein-Westfalen herrscht extremste Unwetterwarnung, die höchste Warnstufe violett. Es drohen extrem heftiger Starkregen, schwere Gewitter und Hagel, so die Warnung des Deutschen Wetterdienstes.

+++ 20.46 Uhr: Ausnahmezustand in Düsseldorf +++

Wie die "Rheinische Post" berichtet, hat sich die Wetterlage auch in Nordrhein-Westfalen zugespitzt: In allen Düsseldorfer Rheintunneln sei Wasser eingebrochen, auch der viel befahrene Uni-Tunnel sei gesperrt. Alle verfügbaren Feuerwehrkräfte seien alarmiert. Im niederrheinischen Xanten ist eine Bahn in einer Schlammlawine stecken geblieben.

+++ 20.11 Uhr: Lage in Bayern beginnt sich langsam zu entspannen +++

+++ 19.23 Uhr: Rund 9000 Haushalte im Hochwassergebiet ohne Strom +++

Wegen des Hochwassers im bayerischen Landkreis Rottal-Inn sind aktuell 9000 Haushalte vom Strom abgeschnitten. Die Fluten verhinderten vielerorts den Zugang zu Trafostationen oder Umspannwerken, teilt der Energienetzbetreiber Bayernwerk am Mittwochabend mit. Tausende Haushalte sollten auch über Nacht ohne Stromversorgung sein. 

+++ 19.01 Uhr: Bilder aus Passau +++

Warum nun auch in Passau der Katastrophenalarm ausgelöst wurde, sehen Sie auf diesen Bildern, die auf Twitter kursieren:

+++ 18.06 Uhr: Millionenschäden in zweistelliger Höhe +++

Nach ersten Einschätzungen ist schon jetzt klar, dass durch das Unwetter über Niederbayern Schäden in zweistelliger Millionenhöhe entstanden sind. "Wir haben aber kein Todesopfer zu beklagen", unterstreicht ein Behördensprecher in Pfarrkirchen.

+++ 17.57 Uhr: Auch Katastrophenalarm im Landkreis Passau +++

+++ 17.51 Uhr: Finanzminister Söder sagt Unterstützung zu +++

Bayerns Finanzminister Markus Söder sagt den Betroffenen Unterstützung zu: Der Freistaat werde bei der Regulierung der Schäden "schnell und unbürokratisch helfen", sagt er der "Passauer Neuen Presse".

Das Landratsamt Rottal-Inn rechnet mit Schäden im zweistelligen Millionenbereich.

+++ 17.43 Uhr: Polizei in Simbach nicht erreichbar +++

Das Hochwasser hat auch die Polizei getroffen: Die Dienststelle in Simbach am Inn muss evakuiert werden und ist telefonisch nicht mehr erreichbar, wie das Polizeipräsidium in Straubing mitteilt. "Da steht das Wasser, da ist keiner mehr", sagt ein Polizeisprecher. Die Kollegen seien nur noch per Handy erreichbar. Allerdings ist auch das Handynetz vor Ort derzeit überlastet. 

+++ 17.28 Uhr: 32 Liter Regen pro Quadratmeter in sechs Stunden +++

Allein in Pfarrkirchen bei Triftern sind binnen sechs Stunden 32 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. "Das ist schon ein kräftiger Dauerregen", sagt der Meteorologe Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Die Aussichten für die kommenden Tage bleiben trüb: Mindestens bis Sonntag werde sich die Gewitterluft in Deutschland halten, so der DWD-Meteorologe Simon Trippler. Unwetter könnte es in der Mitte, im Osten und im Norden geben. Aus Polen zog Tief "Friederike" herüber.

+++ 17.19 Uhr: Wassermassen spülen offenbar Haus weg - ein Vermisster +++ 

In Untertürken haben die Wassermassen offenbar ein Haus weggespült. Eine Person habe sich noch retten können, eine weitere werde seitdem vermisst, wird ein Sprecher der Gemeinde Julbach/Zeilarn von "Focus Online" zitiert.  

+++ 17.12 Uhr: Flutwelle auf dem Weg Richtung Passau +++

+++ 16.50 Uhr: Wasserstände im Einzugsgebiet des Inn steigen +++

Nach Dauerregen steigen die Wasserstände im Einzugsgebiet des Flusses Inn deutlich an. Wie der Hochwassernachrichtendienst mitteilt, kommt es an der Rott zu Überschwemmungen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt nennt für das Gebiet die Meldestufe drei von vier: Einzelne bebaute Grundstücke sowie Keller könnten überflutet und überörtliche Verkehrsverbindungen gesperrt werden. Durch den Zufluss aus dem Inn erreicht der Wasserstand in Passau die Meldestufe zwei.

+++ 16.24 Uhr: Augsburger Schulklasse von Flussinsel gerettet +++

Einsatzkräfte haben eine Schülergruppe aus Augsburg nach einer Bootsfahrt auf dem Schwarzen Regen von einer Insel mitten im Fluss gerettet. Trotz heftigen Regens und starker Strömung konnte die Wasserwacht die rund 20 Siebtklässler ans Ufer bringen, teilt das Polizeipräsidium Niederbayern in Straubing mit. Unter den Schülern war Panik ausgebrochen. Zwei Mädchen erlitten einen Schock und eine Unterkühlung. Die Realschüler wurden anschließend in einem nahegelegenen Gasthof untergebracht und betreut. 

+++ 16.01 Uhr: Twitter-User posten Fotos und Videos +++

Immer mehr Bewohner teilen Bilder und Videos in den sozialen Netzwerken, die die enormen Überschwemmungen dokumentieren.

+++ 15.59 Uhr: Keine Erkenntnisse über Tote oder Verletzte +++

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Niederbayern gibt es bisher keine Erkenntnisse über Verletzte oder Tote. Die Fluten seien teilweise so schnell gekommen, dass sich Menschen auf die Dächer ihrer Häuser hätten retten müssen. Außerdem seien eine Reihe von Straßen unpassierbar geworden.

+++ 15.55 Uhr: Rettungshubschrauber im Einsatz +++

Um von den Wassermassen eingeschlossene Menschen zu retten, setzen die Verantwortlichen auch Rettungshubschrauber ein, berichtet Walter Czech, Bürgermeister von Triftern, das von den Wassermassen besonders heftig betroffen ist.

+++ 15.10 Uhr: Ortskern von Triftern überschwemmt - Schulklasse eingeschlossen +++

In Triftern steht der Ortskern komplett unter Wasser. "Es herrscht Land unter. Die Wassermassen kamen sehr schnell", sagt Emil Bumberger von der Polizei in Pfarrkirchen. "Die Situation hat sich in den letzten Stunden dramatisch zugespitzt. Der ganze Ortskern wurde von dem Altbach überspült", sagt der Bürgermeister von Triftern Walter Czech. 

Von den Wassermassen sind auch die Schule und die beiden Kindergärten von Triftern betroffen. "Etwa 250 Schulkinder sind noch in ihren Klassen. Zum Glück liegt das Gebäude aber auf einem Berg. Vielleicht müssen die Kinder aber die Nacht in der Turnhalle verbringen, weil die Zufahrtswege nicht passierbar sind", erläutert Czech. 

+++ 14.59 Uhr: Niederbayern ruft Katastrophenalarm aus +++

Der Landkreis Rottal-Inn hat wegen schwerer Überschwemmungen in mehreren Gemeinden Katastrophenalarm ausgelöst. Besonders betroffen sind nach Angaben der Behörden Triftern bei Pfarrkirchen und Simbach am Inn sowie die Gemeinde Tann. In Triftern werden nach Polizeiangaben Menschen mit Hubschraubern von Hausdächern gerettet, in Simbach muss die Polizeidienststelle evakuiert werden. "Da steht das Wasser meterhoch", sagt ein Polizeisprecher. 

mod/tim DPA AFP

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