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Schwere Überschwemmungen: Katastrophenalarm in Niederbayern - 250 Kinder in Schule eingeschlossen

Sie hatten keine Chance, so schnell kam das Wasser: In Niederbayern hat Dauerregen zu heftigen Überschwemmungen geführt, Behörden riefen den Katastrophenfall aus. Kinder sind in Schulen und Kindergärten eingeschlossen.

Mitarbeiter der Wasserwacht des bayerischen Roten Kreuzes in einem Boot

Mitarbeiter der Wasserwacht des bayerischen Roten Kreuzes haben eine Frau aus den Wassermassen gerettet

Starker Dauerregen hat in Niederbayern zu so schweren Überschwemmungen geführt, dass die Behörden im Landkreis Rottal-Inn den Katastrophenfall ausriefen. Betroffen sind nach Angaben des Landratsamtes vom Mittwoch die Orte Simbach am Inn, Triftern und Tann.

Besonders heftig gestaltet sich die Situation demnach im Bereich um Triftern und Anzenkirchen, wie ein Polizeisprecher dem Bayerischen Rundfunk (BR) berichtete. In beiden Orten stünde alles unter Wasser. "Die Situation hat sich in den letzten Stunden dramatisch zugespitzt. Der ganze Ortskern wurde von dem Altbach überspült", wird der Bürgermeister von Triftern, Walter Czech, in dem Bericht zitiert. "Es herrscht Land unter. Die Wassermassen kamen sehr schnell", sagte Emil Bumberger von der Polizei in Pfarrkirchen.

250 Schulkinder in Klassen eingeschlossen

Von den Wassermassen sind auch die Schule und die beiden Kindergärten von Triftern überrascht worden. "Etwa 250 Schulkinder sind noch in ihren Klassen. Zum Glück liegt das Gebäude aber auf einem Berg. Vielleicht müssen die Kinder aber die Nacht in der Turnhalle verbringen, weil die Zufahrtswege nicht passierbar sind", erläuterte Czech. 

Rettungshubschrauber seien im Einsatz, um von den Wassermassen eingeschlossene Menschen zu retten. Die Zufahrtsstraßen und Brücken sind überschwemmt. Verletzte habe es bislang aber nicht gegeben, betonte Czech. Neben zahlreichen Feuerwehren ist auch die Wasserwacht im Einsatz. "Alles, was wir verfügbar haben, ist im Einsatz", hieß es vom Polizeipräsidium Niederbayern

Polizisten seien auch von Grenzübergängen abgezogen worden. Auch auf österreichischer Seite herrsche Alarmbereitschaft. Aktuell machten sich alle verfügbaren Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW auf den Weg in das Überschwemmungsgebiet, heißt es.

Unwetter überrascht Schulklasse auf Bootsausflug

Im Ort Regen wurde eine Schulklasse bei einem Bootsausflug vom Unwetter überrascht. 20 Kinder strandeten auf einer Insel und mussten gerettet werden. Ein Mädchen erlitt einen Schock, eins eine Unterkühlung. "Letztlich ist das aber glücklich ausgegangen", sagte der Polizeisprecher. 

In Simbach musste zudem nach Auskunft des Landratsamtes Rottal-Inn eine Asylbewerberunterkunft in einer ehemaligen Turnhalle geräumt werden. Rettungskräfte berichteten, dass Lastwagenfahrer auf der Bundesstraße 12 auf die Dächer ihrer Fahrzeuge geklettert waren, weil sie Angst hatten, von den Fluten davon geschwemmt zu werden.


Auch am Grenzübergang zum österreichischen Braunau herrschte Land unter: Eine Brücke war komplett überspült. Eine Entspannung war am Nachmittag nicht in Sicht: "Es hört nicht zu regnen auf", sagte ein Sprecher des Landratsamtes. Die Fluten waren so stark, dass sie Autos mit sich rissen. "Mit dieser Wucht hat wohl niemand gerechnet", sagte der Behördensprecher.

Zuletzt hatten erst in der Nacht zu Montag Unwetter gewütet und Wassermassen vor allem in Mittelfranken mehrere Orte überflutet.

Unwetter-Videos: Sehen Sie hier die Augenzeugenvideos von der Wasserwalze in Braunsbach


mod mit DPA