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Wintereinbruch: Schneechaos legt USA lahm

Noch am Mittwoch hatten die Temperaturen über 20 Grad gelegen, nun meldet sich der Winter mit Macht zurück im Nordosten der USA - mit Sturm und heftigen Schneefällen. Mehr als tausend Flüge wurden gestrichen, acht Menschen starben.

Wenige Tage vor Frühlingsbeginn hat sich der Winter im Nordosten der USA mit einem Schneesturm zurückgemeldet. Rund 2500 Flüge in den Metropolen New York, Washington und Boston mussten gestrichen werden, meldete die "New York Times". In Philadelphia allein konnten 95 Prozent der Flugzeuge überhaupt nicht abheben. Tausende von Passagieren konnten ihre Reise nicht antreten. Viele waren jedoch zuvor davon informiert worden.

Auch auf den Straßen kam es zu einem Verkehrschaos: Allein in New Jersey zählte die Polizei bis zum Abend 1300 Unfälle. Am Samstag wurde die Sturmwarnung für New York aufgehoben. Auch die Autokolonne von Präsident George W. Bush hatte mit dem Wetterumschwung zu kämpfen: Auf dem Weg zum Präsidentenlandsitz Camp David kollidierte eines der Fahrzeuge in Maryland auf glatter Fahrbahn mit einem anderen Auto. Verletzt wurde niemand. Pennsylvania und New Jersey meldeten acht Tote durch Verkehrsunfälle bei Schnee und Eis. In Maryland fielen bis zu 15 Zentimeter Schnee, für die höheren Lagen der Staaten New York und Pennsylvania rechneten Meteorologen mit mehr als 30 Zentimetern Schnee.

In New York waren Straßenarbeiter rund um die Uhr im Einsatz, um rechtzeitig zur traditionellen St. Patrick’s Day Parade am Samstagmittag den Großteil der Straßen und Gehwege von nassem Schnee zu befreien. Für die Parade zu Ehren des irischen Nationalheiligen auf der Fifth Avenue wurden rund 2 Millionen Zuschauer erwartet.

Heftiger Temperatursturz

Der Wintersturm machte Hoffnungen auf die Ankunft des Frühlings erst einmal zunichte: Noch zur Wochenmitte war es in der Region 21 Grad Celsius warm gewesen. Experten zufolge ist winterliches Wetter im März allerdings nichts Ungewöhnliches im Nordosten der USA. "Da hat man normalerweise sogar die heftigsten Stürme", sagte der Meteorologe Kevin Lipton in Albany.

Auch in Deutschland wird es nach einer frühlingshaften Woche noch einmal winterlich. Sturmtief "Orkun" bringt Deutschland stürmischen Wind und kühles, spätwinterliches Wetter mit Schnee- und Schneeregenschauern und sogar Graupelgewittern. "Noch rechtzeitig vor dem Beginn des astronomischen Frühlings meldet sich in Deutschland der Winter zu Wort. Dabei war aber das bisher so milde Frühlingswetter viel außergewöhnlicher, als es die bevorstehende winterliche Wetterphase sein wird", sagte Meteorologe Martin Puchegger vom Wetterdienst Meteomedia am Samstag.

Am Donnerstag hatte die US-Behörde NOAA bekannt gegeben, dass der vergangene Winter weltweit der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880 war. Demnach lagen in der nördlichen Hemisphäre zwischen Dezember und Februar die Temperaturen an Land und in den Meeren 0,72 Grad Celsius über dem Durchschnitt.

AP/DPA / AP / DPA