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Bill Gates präsentiert Janicki-Omni-Processor: Maschine verwandelt Fäkalien in Trinkwasser

Sauberes Trinkwasser ist in den Entwicklungsländern ein riesiges Problem. Multimilliardär Bill Gates will das lösen - mit einer Maschine, die fünf Minuten braucht, um aus Müll Trinkwasser zu machen.

Nur fünf Minuten soll es dauern, bis aus Abwasser Trinkwasser wird. In einem Internetvideo präsentierte Microsoft-Gründer Bill Gates eine Maschine, mit der er die Trinkwasserprobleme der Welt beseitigen will.

Rund 2,5 Milliarden Menschen hätten keinen Zugang zu Sanitäranlagen, sagt er darin. Das Problem: Die Fäkalien verschmutzen das Trinkwasser, Krankheiten, die durch unsauberes Wasser übertragen werden, würden rund 700.000 Kinder weltweit das Leben kosten, schreibt Gates in einem Beitrag zu dem Thema.

Bessere Toiletten wären eine Lösung, so der Multimilliardär. Eine andere: ein funktionierendes Abwassersystem. Hier setzt der Janicki-Omni-Processor an, eine Maschine, die Abwässer in Strom und Wasser verwandelt und die Trinkwasserversorgung in Ländern der Dritten Welt sicherstellen soll. Hergestellt und erfunden hat die Maschine die Ingenieursfirma Janicki Bioenergy aus Seattle.

Bis jetzt gibt es einen Prototyp der Maschine. Dieser soll Mitte Februar mit dem Schiff in den Senegal gebracht werden. Eine weiterentwickelte Version des Janicki-Omni-Processors soll täglich den Müll von 100.000 Menschen in 86.000 Liter Trinkwasser verwandeln.

Peter Janicki, Erfinder und Bioingenieur, erklärt in dem Video, wie die Maschine funktioniert: Die Fäkalien werden auf der einen Seite in den Prototyp gepumpt. Heraus kommen sauberes Trinkwasser, Elektrizität und Asche. Für die wundersame Verwandlung wird der Abwasserschlamm zuerst einmal aufgekocht. Dabei wird der Wasserdampf von den Rückständen getrennt, in trockener Form wandern diese in einen Ofen und werden bei extrem heißen Temperaturen verbrannt. Mit der Wärme erzeugt die Maschine Dampf, der wiederum einen Generator antreibt. Mit der Energie, die so gewonnen wird, lässt sich das Abwasser aufbereiten und in sauberes Trinkwasser verwandeln. Überschüssige Energie könne zudem noch ins Netz eingespeist werden, so der Ingenieur.

Die Maschine sei ein "System, das einfach funktioniert", sagt Doulaye Koné von der Bill and Melinda Gates Foundation, mit deren Geldern der Janicki-Omni-Processor mitfinanziert wurde. Für Entwicklungsländer sei sie geeignet. Bill Gates ist überzeugt: "Die Maschine wird sich erfolgreich verbreiten." Mit ihr lasse sich nicht nur das Trinkwasserproblem lösen, für den Betreiber sei sie auch noch lukrativ. "Sie wirft jeden Tag Geld ab."

Am Ende des Videos gönnt sich Gates ganz werbewirksam einen Schluck und stellt fest. "Es ist tatsächlich Wasser." Und: Es schmecke so gut wie das herkömmliche Wasser aus der Flasche. Die Hitze jedenfalls dürfte den Bakterien tatsächlich den Garaus gemacht haben.

lea