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TOI-1231 b Die Atmosphäre dieses Exoplaneten könnte Wolken aus Wasser haben

Künstlerische Darstellung von TOI-1231 b
Der hier von einem Künstler illustrierte TOI-1231 b ist circa 90 Lichtjahre von der Erde entfernt – das entspricht 855 Billionen Kilometern
© NASA / JPL-Caltech
Wissenschaftler haben bisher mehr als 4.000 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems identifiziert. Eine dieser fremden Welten sticht besonders heraus: Der kürzlich entdeckte TOI-1231 b könnte Wolken aus Wasser in seiner Atmosphäre aufweisen.

Auf der Suche nach Exoplaneten – Planeten außerhalb unseres Sonnensystems – haben Wissenschaftler in den letzten Jahren bahnbrechende Fortschritte erzielt. Mit dem 90 Lichtjahre von der Erde entfernten Exoplaneten TOI-1231 b haben Astronomen nun erneut eine faszinierende Entdeckung gemacht: Der stark an Neptun erinnernde Planet soll über eine Atmosphäre verfügen, die Wasserwolken enthält.

Achtmal näher an einem Stern – und trotzdem "kühl"

Einer Mitteilung der NASA zufolge ist TOI-1231 b etwa dreieinhalbmal so groß wie die Erde und umkreist innerhalb von 24 Tagen einen roten Zwergstern. "Obwohl TOI 1231 b achtmal näher an seinem Stern ist als die Erde an der Sonne, ist seine Temperatur ähnlich wie die der Erde, dank seines kühleren und weniger hellen Wirtssterns", sagte Studienkoautorin Diana Dragomir, Assistenzprofessorin an der University of New Mexico "CNN" zufolge in einer Erklärung. Die Sternklasse der Roten Zwerge sind zwar kleiner als unsere Sonne, leben dafür aber deutlich länger.

Weil es den Astronomen gelungen sei, Radius und Masse des Planeten zu bestimmen, hätten sie die Dichte des Himmelskörpers berechnen und so Rückschlüsse auf dessen Zusammensetzung schließen können. Weil TOI-1231 b eine geringe Dichte aufweise, gingen die Wissenschaftler davon aus, dass es sich um einen Gasplaneten handelt – ähnlich unserem Neptun.

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Nach Spuren von Leben dürfte man hier allerdings vergebens suchen: Auf dem fremden Planeten herrsche eine Durchschnittstemperatur von knapp 60 Grad Celsius. Im kosmischen Vergleich zähle TOI-1231 b damit jedoch zu den kühlsten der "kleinen" Exoplaneten. Das Entscheidende daran: Je kühler ein Exoplanet ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass Wolken in seiner Atmosphäre auftreten.

Ein perfekter Kandidat

"Eine neue Ära in der Erforschung von Exoplaneten beginnt gerade", heißt es in der NASA-Mitteilung. Wo sich die Wissenschaft einst auf die reine Entdeckung und Zählung der Exoplaneten konzentriert hat, soll es mittlerweile möglich sein, die fremden Welten genauer zu analysieren. Seit Entdeckung der ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems in den frühen 1990er-Jahren, habe sich die Anzahl der bekannten Exoplaneten schätzungsweise alle 27 Monate verdoppelt. Die Entdeckung von mehr als 4.000 dieser fremden Welten gelte mittlerweile als bestätigt.

TOI-1231 b sei der perfekte Kandidat für eine genauere Beobachtung durch das Hubble-Weltraumteleskop. "CNN" zufolge" dürfte sie auch Untersuchungsobjekt des James-Webb-Weltraumteleskop werden, das im Oktober in Betrieb genommen werden soll. Webb soll in der Lage sein, in die Atmosphäre von Exoplaneten zu blicken und deren Zusammensetzung zu bestimmen.

Quellen: Mitteilung NASA; "CNN"

yks

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