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"Ig-Nobelpreis": Wombat-Kacke und Kinderspucke – die zehn Nobelpreise der etwas anderen Art

Klamauk, Papierflieger und echte Nobelpreisträger: Die schrillen Ig-Nobelpreise sind schon lange Kult. Zum 29. Mal wurde jetzt an der Elite-Uni Harvard kuriose Forschung mit den Spaßpreisen geehrt - von Bakterien an Geldscheinen bis zu Pizza gegen Krankheiten.

Ein japanischer Forscher und seine erwachsenen Kinder beim Ig-Nobelpreis

Wissenschaftler aus Japan bekamen den Preis für die Schätzung des Volumens der Spucke, die ein typisches fünfjähriges Kind pro Tag produziert. 500 Milliliter seien das, verriet einer der Forscher - und brachte gleich seine inzwischen erwachsenen drei Söhne mit, die vor vielen Jahren als Testobjekte gedient hatten

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Kinderspucke, Wickelmaschinen, magnetisierte Kakerlaken und würfelförmige Wombat-Kacke: Zehn wissenschaftliche Studien, die "erst zum Lachen und dann zum Denken anregen", sind an der US-Eliteuniversität Harvard mit den "Ig-Nobelpreisen" ausgezeichnet worden (gesprochen "ignoble", was übersetzt etwa unwürdig heißt). Die traditionell klamaukig-schrille Gala mit mehr als 1000 Zuschauern fand in der Nacht zum Freitag bereits zum 29. Mal statt. Diesmal stand sie unter dem Oberthema "Gewohnheiten".

Die undotierten Preise sollen nach Angaben der Veranstalter "das Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren". Zwischendurch fliegen bei der so ganz anderen anderthalbstündigen Preisverleihung Papierflieger durch die Luft, es gibt Sketche und bizarre Kurz-Opern. Wie jedes Jahr reisten auch diesmal wieder echte Nobelpreisträger an.

Ig-Nobelpreis: Preise für schräge Forschung: Ist das dein Ernst, Wissenschaft?
Kategorie Biologie  Der Brite Thomas Thwaites verkleidete sich für seine Forschungen als Ziege und lebte mit einer Herde in den Schweizer Alpen.  "Ich hatte genug von all den Sorgen und den Schmerzen eines Menschen, habe eine Auszeit genommen und bin zur Ziege geworden", sagte der Forscher.

Kategorie Biologie

Der Brite Thomas Thwaites verkleidete sich für seine Forschungen als Ziege und lebte mit einer Herde in den Schweizer Alpen.

"Ich hatte genug von all den Sorgen und den Schmerzen eines Menschen, habe eine Auszeit genommen und bin zur Ziege geworden", sagte der Forscher.

Auch ein Wissenschaftler aus Deutschland war in diesem Jahr unter den Preisträgern: Fritz Strack von der Universität Würzburg gewann in der Kategorie Psychologie für seine Entdeckung, dass es Menschen zum Lächeln bringt und glücklicher macht, wenn sie einen Stift im Mund halten - um dann zu entdecken, dass das doch nicht stimmt. Strack bedankte sich auf der Bühne mit einem Gedicht.

Die weiteren Ig-Nobelpreisträger:

  • Wirtschaft: Wissenschaftler aus den Niederlanden und der Türkei für eine Studie darüber, welches Papiergeld aus welchem Land am besten gefährliche Bakterien verbreitet.


  • Medizin: Ein Wissenschaftler aus Italien und den Niederlanden für die Sammlung von Beweisen, dass Pizza gegen Krankheiten und Tod schützt - wenn sie in Italien gemacht und gegessen wird.


  • Medizinische Lehre: Wissenschaftler aus den USA für die Benutzung einer einfachen Tier-Training-Technik namens "Clicker-Training", um Chirurgen beizubringen, orthopädische Operationen durchzuführen.


  • Biologie: Wissenschaftler aus Singapur, China, Australien, Polen, Bulgarien und den USA für die Entdeckung, dass tote magnetisierte Kakerlaken sich anders verhalten als lebende magnetisierte Kakerlaken.


  • Anatomie: Wissenschaftler aus Frankreich für die Messung von Temperatur-Asymmetrien am Hodensack bei nackten und angezogenen Postboten in Frankreich.


  • Chemie: Wissenschaftler aus Japan für die Schätzung des Volumens der Spucke, die ein typisches fünfjähriges Kind pro Tag produziert.


  • Technik: Ein Wissenschaftler aus dem Iran für die Erfindung einer Wickelmaschine für menschliche Babys.


  • Frieden: Wissenschaftler aus Großbritannien, Saudi-Arabien, Singapur und den USA für den Versuch, den Genuss am Kratzen einer juckenden Stelle am Körper zu messen.


  • Physik: Wissenschaftler aus den USA, Taiwan, Australien, Neuseeland, Schweden und Großbritannien für Untersuchungen darüber, wie und warum Wombats würfelförmig kacken.
    Forscher haben bei Weltraumexperimenten zu Wasser schwarzes, heißes Eis erschaffen.

Moderator Marc Abrahams, Herausgeber einer wissenschaftlichen Zeitschrift zu kurioser Forschung, beendete die Gala wie immer mit seinen traditionellen Abschlussworten: "Wenn Sie dieses Jahr keinen Ig-Nobelpreis gewonnen haben, und besonders dann, wenn Sie einen gewonnen haben: mehr Glück im nächsten Jahr!"

fin / DPA